Metall-Recycling: Olympia-Medaillen 2020 aus Elektroschrott

Metall-Recycling: Olympia-Medaillen 2020 aus Elektroschrott

Bild vergrößern

Teilweise aus recycelten Material bestanden die Medaillen in Rio. Japan will in vier Jahren komplett auf Wiederverwertung setzen. (dpa)

von Felix Ehrenfried

Bei den olympischen Spielen in Japan will man in Sachen Recycling ein Zeichen setzen: Gold-, Silber- und Bronzemedaille sollen zumindest teilweise aus alten Smartphones stammen.

Mit dem Ende der Paralympics erlosch gestern die olympische Flamme. Doch in Tokyo stehen schon die kommenden Spiele von 2020 im Fokus, und das Schmiedefeuer für die Medaillen dürfte deutlich früher entzündet werden. Diese sollen bei den kommenden Spielen eine der Attraktionen werden - denn sie sollen aus recyceltem Elektroschrott bestehen.

Wie unterschiedliche Umwelt-Blogs unter Berufung auf den Nikkei Business Review berichten, gibt es bei den japanischen Organisatoren ernsthafte Bestrebungen, die olympischen Medaillen nachhaltiger zu machen. Die Kapazitäten dafür wären da: Auch wenn im Land der aufgehenden Sonne nur wenig Rohstoffe wie die gewünschten Edelmetalle abgebaut werden können, so besitzen die Japaner doch viel Elektroschrott und das nötige Know-how, es zu recyceln.

Anzeige

Bedarf kann gedeckt werden

Den Bedarf für die Medaillen können sie auf jeden Fall decken. Für die olympischen Spiele 2010 in London wurden rund zehn Kilogramm Gold, 1.200 Kilogramm Silber und 700 Kilogramm Bronze zur Herstellung der Medaillen benötigt. Zum Vergleich: Bereits 2014 recycelten japanische Unternehmen alleine aus Unterhaltungselektronik-Schrott mehr als 140 Kilogramm Gold, 1.500 Kilogramm Silber und 1.100 Tonnen Kupfer.

Umweltministerium Label für ressourcenintensive Produkte geplant

Umweltministerin Barbara Hendricks plant eine Kennzeichnung für Lebensmittel und Elektrogeräte, die die Umwelt über Gebühr belasten.

Bald könnten Smartphones mit einem zusätzlichen Warnhinweis kommen. Quelle: AP

Medaillen aus Fachbetrieben zur Wiederverwertung statt aus Edelmetall-Minen, die Vorstellung ist also gar nicht so abwegig. Aktuell diskutieren die japanischen Organisatoren mit Fachleuten darüber, inwiefern sich die recycelte Medaille für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 umsetzen lässt.

Recycling in Japan ausbaufähig

Siegerplaketten, hergestellt aus Elektroschrott: das hat zwar nur wenig mit wirklichem Umweltschutz zu tun, die Symbolkraft einer solchen Aktion ist aber hoch. Die wiederverwerteten Medaillen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Japan noch weit weg von nachhaltigem Recycling steht. Wie die Website ZDNet berichtet, werden aktuell mehr als 650.000 Tonnen Elektroschrott jedes Jahr in Japan entsorgt, ohne dass sie umfangreich wiederverwertet werden.

Übrigens: auch in Rio bissen die Athleten bereits auf (zumindest teilweise) recycelte Medaillen: rund 30 Prozent des Silbers und der Bronze war recycelt. Jetzt fehlt nur noch Gold.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%