Mini-Wohnungen: Doch, da ist noch Platz!

Mini-Wohnungen: Doch, da ist noch Platz!

von Sabrina Keßler

Immer mehr Menschen ziehen in Großstädte - dort wird der Wohnraum knapp. Neue Wohnkonzepte sollen selbst die kleinsten Flächen nutzbar machen.

In Deutschlands Städten wird günstiger Wohnraum knapp: Drei Zimmer, Küche, Bad kosten inzwischen nicht nur ein kleines Vermögen - sie sind auch immer schwieriger zu finden. Während im Spitzenbaujahr 1995 bundesweit noch über 600.000 Wohnungen gebaut wurden, waren es 2012 nach Zahlen des Statistischen Bundesamts nur noch knapp 200.000. In den kommenden Jahren, so prognostiziert es der Deutsche Mieterbund (DMB), werden zusätzlich bis zu 350.000 Wohnungen fehlen.

Vor allem in Großstädten steigt die Nachfrage nach Wohnraum dramatisch. Allein in Hamburg fehlen Schätzungen zufolge bis 2030 rund 90.000 Wohnungen. Doch wo soll der Wohnraum herkommen, wenn der Platz einfach nicht mehr ausreicht?

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Mut zur Lücke...Das dänische Designerduo Mateusz Mastalski und Ole Robin Storjohann hätte da eine Lösung. Im Rahmen des Designwettbewerbs New Vision of the Loft 2 entwickelten sie eine Reihe kleiner Apartments, die optimal zwischen bereits bestehende Gebäude passen. Damit könnte man die existierende Lücke zwischen zwei Häusern optimal ausnutzen und energieeffizient bauen. Einzige Bedingung: Um hell und möglichst energieffizient zu planen, sollten mindestens zehn Fenster verbaut werden.

Die Designs des Projects „Live Between Buildings“ kommen allerdings sehr ungewöhnlich daher. Die Querschnitte sind kreuzförmig oder kreisrund, sie gleichen einer Sprechblase, einem Tannenbaum oder einem verpixelten Außerirdischen. Zudem bestehen die Wände ausschließlich aus Fenstern. Dadurch werden die Räume zwar maximal beleuchtet. Doch Privatsphäre? Fehlanzeige.

Das Konzept wurde speziell für Großstädte entwickelt. Dafür haben die Designer je nach Stadt und Land 13 unterschiedliche Entwürfe gestaltet. Egal ob mitten in Berlin, der Thompson Street in New York oder dem kleinen Häuschen in Polen – die Mini-Apartments scheinen in jede Lücke zu passen. Prompt haben die beiden mit ihrem Design den Wettbewerb gewonnen.

...und zur Brücke!Ganz anders, aber nicht weniger faszinierend, sind die Entwürfe, die es nicht zum Sieg geschafft haben. So zum Beispiel das Lock Loft der polnischen Designer Katarzyna Penar und Wojciech Okrzesik. Genau wie das Gewinner-Projekt „Live Between Buidlings“ nutzte das Duo vorhandene, aber bisher unbebaute Fläche, um neuen Wohnraum zu ermöglichen. Das Kuriose: Statt zwischen bestehenden Wohnhäusern entwickelten Penar und Okrzesik ihr Konzept an Brücken.

Die Idee dahinter ist nicht neu. Bereits zur Zeit der Renaissance bauten Architekten ihre Wohnungen an Brücken. Bestes Beispiel: Der Ponte Vecchio in Florenz, das Vorbild der polnischen Designer. Allerdings entwickelten sie ihr Modell an einer verlassenen Zugbrücke in der Nähe von Krakau, mit einem beeindruckenden Blick über den Fluss.

Das System des Designs funktioniert wie ein Vorhängeschloss. Jeweils zwei Wohnelemente werden über die Stahlstützen der Brücke miteinander verbunden. Das gleiche geschieht auf der anderen Seite der Brücke, um die Stabilität zu wahren. Das Hauptelement sind auch hier wieder die Fenster, die den ganzen Raum umgeben und genügend Licht von außen hereinfallen lassen.

Klicken Sie sich durch die Galerie:

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