Minihäuser: Wohnen auf neun Quadratmetern

Minihäuser: Wohnen auf neun Quadratmetern

von Sabrina Keßler

Minihäuser kosten einen Bruchteil einer Wohnung und verbrauchen unschlagbar wenig Energie. Sind sie eine echte Alternative?

Jeder zweite Deutsche träumt vom eigenen Zuhause. Doch Wohnraum ist teuer und nicht jedes Budget lässt ein Eigenheim zu: 95.000 Euro gibt der Deutsche durchschnittlich für eine 45 Quadratmeter große Wohnung aus. In Großstädten wie Hamburg oder München sind es sogar bis zu 250.000 Euro.

Verglichen damit sind sogenannte Minihäuser echte Schnäppchen. So wie das des Designers NomadGerade mal 20.000 Euro soll das Einsteiger-Modell der Firma kosten. Dafür erhält man Wohnraum, Küche, Bad und Bett, zusammengedampft auf unglaublich winzigen neun Quadratmeter. Es gibt Schränke, die größer sind.

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Auch unter Minihäusern ist Nomads Entwurf ein Zwerg - in der Regel sind sie bis zu 30 Quadratmeter groß. Das Prinzip stammt aus den Vereinigten Staaten. Großstadtnomaden, Alleinstehende oder Individualisten schwören dort seit langem auf die kleinen Häuser. Der Vorteil des sogenannten „Downsizing“: Kleine Häuser ermöglichen ein einfaches Leben, sie erzwingen es gerade zu, und bieten doch alles, was es zum Leben braucht.

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Damit ist der Energieverbrauch des Hauses unschlagbar. Im Vergleich: Ein Quadratmeter moderne Wohnfläche verbraucht allein beim Bau etwa 1.500 Kilowattstunden Energie. Diese Menge reicht aus, um ein Mini-Haus ein Jahr lang zu beheizen. Bestimmte Features wie Solarzellen oder eine kompostierende Toilette können dazugekauft und direkt am Haus installiert werden. Durch die ökologischen Baustoffe, den geringen Energiebedarf und der kleinen Grundfläche verringert sich der Fußabdruck, also die Öko-Bilanz des Hauses, zusätzlich.

Damit die Einfachheit aber nicht spartanisch wirkt, haben sich die Entwickler von Nomad einiges einfallen lassen. Das Design wirkt ansprechend und frisch, die einzelnen Wohnelemente sind mehrfach nutzbar. So sind die Küchenregale gleichzeitig Treppenstufen zur Empore und das ganze Bad gleichzeitig eine Dusche.

„Wir haben ein effizientes und gleichzeitig gemütliches Haus entwickelt, dass nur wenig Platz braucht und die Umwelt schont“, sagt Nomad-Designer Ian Kent. Das Haus sei so konzipiert, dass es weltweit verschickt und von den neuen Eigentümern innerhalb weniger Tage selbst aufgebaut werden kann. Dank seiner flachen Module kann es auch beim Umzug genauso schnell wieder abgebaut und an einem beliebigen Ort neu errichtet werden. Ein Vorteil für alle Hausbesitzer, die flexibel sein wollen.

Die Finanzierung des Öko-Wunders steht allerdings noch auf wackeligen Beinen. Auf der internationalen Crowdfunding-Website indiegogo.com sammelt Nomad seit mehr als einem Monat Kapital: Umgerechnet 66.000 Euro müssen für das Projekt zusammenkommen.

Wie die Minihäuser funktionieren, zeigt dieses Video:

Die Minihäuser sind Teil einer Artikelserie, in der wir bei WiWo Green regelmäßig ein Projekt für die nachhaltige Stadt der Zukunft vorstellen. Letztes Mal haben wir über grünes Wohnen im Norden der Republik berichtet.

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