Mobilität: Fahrradboxen für die Stadt

Mobilität: Fahrradboxen für die Stadt

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Das „Radhostel“ bietet Schutz vor Langfingern. (Foto: Velo Easy)

von Angela Schmid

Sogenannte Fahrradhostel sollen Drahtesel vor Dieben schützen.

Je größer die Stadt, desto geklauter das Fahrrad. Klingt drastisch, aber tatsächlich wird der Diebstahl von Rädern mehr und mehr zum Problem. Ein sogenanntes Fahrradhostel könnte das künftig verhindern. Einfach per App gebucht, geöffnet und eingehängt, schon ist das Rad sicher aufbewahrt.

In Berlin ist das bereits möglich. Andere Großstädte wie Hamburg, Frankfurt oder München haben die pfiffigen Gründer Claudine Oldengott und Marco Hinz aber auch schon im Blick. Und dann soll es weitergehen. Skandinavien, Holland und die europäischen Nachbarländer haben sie im Hinterkopf.

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Die zehn neun Quadratmeter großen Boxen am Bahnhof Lichtenberg erinnern auf den ersten Blick ein wenig an grün gestrichene Toilettenhäuschen. Bieten neben Platz fürs Rad auch Stauraum für Helm und Jacke und Schutz vor Diebstählen. Ein ernstes Problem in der Bundeshauptstadt. Offiziell verschwanden im vergangenen Jahr 330.000 Fahrräder. Inoffiziell sollen es drei Mal so viele gewesen sein. So viele wie seit Jahren nicht. Mit 3,9 Prozent ist die Aufklärungsquote kaum der Rede wert.

Claudine Oldengott hatte die Idee zum Boxen-Sharing (Foto: Velo Easy)

Claudine Oldengott hatte die Idee zum Boxen-Sharing (Foto: Velo Easy)

Auch Claudine Oldengott wurde während ihres Studiums das Rad geklaut. Aus dem ärgerlichen Ereignis entwickelte die heute 27-jährige eine Geschäftsidee und gründete 2005 Velo Easy.

Das Hostel für den Drahtesel funktioniert ganz einfach. Auf der Internetseite lädt man sich die App herunter, über die gebucht, abgerechnet und die Tür geöffnet wird. Schlösser und Kleingeld gehören der Vergangenheit an. Ein Euro pro Stunde kostet die Sicherheit fürs Rad. Maximal drei Euro am Tag. Oder 30 Euro im Monat. Genutzt wird dies vor allem von Pendlern mit höherwertigen Rädern oder E-Bikes, für die es später auch noch Ladesäulen in den Boxen geben soll. Einziger Nachteil. Ohne Smartphone kann der Dienst zurzeit nicht genutzt werden. Für die meisten Radler dürfte das aber kein Problem sein.

Die Stadträte in Lichtenberg sind angetan.. Ebenso geht es ihren Amtskollegen in Karlshorst, wo ebenfalls am Bahnhof zehn Boxen aufgestellt wurden. Der Platz für das Rondell wurde vom Bezirk kostenlos für zwei Jahre zur Verfügung gestellt. Im Zentrum sollen die nächsten Boxen aufgestellt werden. 30 Standorte sind in diesem Jahr in Berlin geplant.

Die Nachfrage ist mit sieben Anfragen am Tag noch überschaubar. Das ist aber nicht verwunderlich, da die Boxen erst im März aufgestellt wurden. Interessant könnten die Fahrradhäuschen künftig auch für Unternehmer sein. „Es bietet Anreize zum Fahrradfahren und fördert der Beweglichkeit und Gesundheit der Mitarbeiter“, erklärt Claudine Oldengott einige Vorteile.

So sieht das Ganze im Werbevideo aus:

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