Mode: "Ich schenk dir mein Kleid, du mir deine Hose"

Mode: "Ich schenk dir mein Kleid, du mir deine Hose"

von Lara Sogorski

Klamotten zu mieten und zu tauschen liegt im Trend - vom Abendkleid bis zur Motorradhose. Wir stellen die besten Möglichkeiten für den Kleidertausch vor.

Wenn der Kleiderschrank vor Klamotten überquillt und man sich trotzdem etwas Neues wünscht, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man organisiert sich einen größeren Schrank, kauft sich dann ein neues Teil - oder man überdenkt seine Konsumgewohnheiten. Denn wer stets auf dem neusten Stand sein will, muss sich längst nicht mehr jedes Teil kaufen und immer mehr Tragbares anhäufen.

Wer Geld und Platz im Kleiderschrank sparen und das Ganze zudem nachhaltig angehen will, folgt der einfachen Lösungsformel: Klamotten lieber leihen oder tauschen statt kaufen. Über verschiedene Mode-Seiten im Netz lassen sich inzwischen dafür am schnellsten Gleichgesinnte finden. In Hamburg hat außerdem der erste Klamotten-Verleih in Ladenform eröffnet. Ein Kleid für eine Hose für also immer mehr zum Trend.

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Wir stellen deshalb eine Auswahl der sechs bekanntesten Internetseiten und Anlaufstellen für einen nachhaltigen Mode-Konsum vor. Eine kleine Einschränkung allerdings vorweg: Die Anbieter richten sich in der Regel an ein weibliches Publikum. Das heißt aber nicht, dass hier nicht auch Männer eine Hose finden können.

1. Kleiderkreisel und MamikreiselDie beiden Schwesterportale bieten eine Plattform zum Tauschen, Verschenken und Verkaufen. Während es beim Kleiderkreisel um normale Kleidung geht, dreht sich bei Mamikreisel, wie der Name vermuten lässt, alles um Mütter und Babys. Die Anmeldung ist kostenlos. Über die Suchfunktion im Katalog lässt sich gezielt nach Kleidungsstücken fahnden, dank Filter lässt sich außerdem nach Größe, Farbe und Stadt aussortieren. Zu jedem Artikel gibt es mindestens ein Foto. Kontakt zum Käufer nimmt man über ein internes Formular auf. Wer selbst Kleidungsstücke einstellen will, bekommt dazu eine Anleitung via Eingabemaske. Die Plattform Kleiderkreisel zählt mittlerweile schon mehr als 950.000 Mitglieder.

2. KleiderkorbGanz ähnlich funktioniert die Seite von Kleiderkorb - nur dass sie bislang erst etwas mehr als 21.700 Mitglieder zählt. Auch hier kann man seine Kleidung einstellen, nachdem man sich kostenlos registriert hat. Neben Alltagskleidung bietet Kleiderkorb auch die Rubrik „Spezielle Kleidung“ für Karnevalskostüme, Warnwesten, Tanzkleider oder die Motorradkombi.

3. SwapaholicsSwapaholics ist eine reine Tausch-Plattform. Verschiedene Navigationsfelder weisen den Weg durch den Wust an Frauen-, Männer- und Kinderkleidung. Außerdem filtert das System nach Hose, Rock, Jacke und Co. Zudem gibt es die zwei Kategorien: "Tauschrausch" und "Perfect Match". Während bei letzterer der Anbieter vorher festlegt, welches Teil er im Gegenzug zum eigenen swapen möchte, gibt es bei Tauschrausch keine Einschränkungen. "Bezahlt" wird mit so genannten Swap-Chips, der Währung der Swapaholics. Für jedes Teil, das andere Nutzer von einem selbst bestellen, bekommt man einen solchen Swap-Chip gutgeschrieben - mit dem man dann wieder bei anderen Mitgliedern" einkaufen" kann. 

4. Die Kleiderei in HamburgIm Herbst 2012 eröffneten die beiden Studentinnen Pola Fendel und Thekla Wilkening ihre Kleider-Bücherei im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Die Idee der beiden: Ein Laden, in dem man sowohl für die nächste Party das richtige findet als auch ganz normale Alltagsmode ausleihen kann. Vieles stammt aus den eigenen Schränken der Studentinnen, manches kommt vom Flohmarkt oder ist sogar selbst genäht. Die Kleiderei freut sich aber stets über Kleiderspenden. Wie das Ausleihen funktioniert? Für eine Monatskarte zum Preis von 14 Euro darf man jede Woche maximal zwei Teile ausleihen. Innerhalb von sieben Tagen muss man diese gereinigt zurückbringen. Ist eine Naht aufgegangen oder ein Knopf abgesprungen, kümmern sich die beiden Ladenbesitzerinnen darum. Vor allem zählt aber das Vertrauen, das jeder mit den Kleidungsstücken sorgsam umgeht.

Adresse: Die Kleiderei, Hamburger Hochstraße 24, 20359 Hamburg

5. Prêt-à-Louer, dressinthecity und DresscodedSchon etwas länger gibt es Plattformen wie diese, die Designermode zu günstigen Preisen verleihen. Prêt-à-Louer gehört dabei noch zu den jüngeren Anbietern. Gründerin Margarita Kozakiewicz bringt mit ihrem Startup das Konzept des amerikanischen „Rent-a-Runway“ nach Europa. Für vier bis acht Tage kann man die Kleider bei ihr ausleihen. Im Angebot sind vor allem Teile der Designer Wunderkind, Marlene Birger und Jean-Charles de Castelbajac. So ist das Tageskleid von Wunderkind statt zum Kaufpreis von 1150 Euro für nur 90 Euro zu haben. Der Versand erfolgt deutschlandweit.

Bei dressinthecity gibt es ausschließlich Kleider im Angebot, die nicht nur partytauglich sind, sondern auch am Tag etwas hermachen sollen. Die wöchentliche Leihgebühr startet bei 15 Euro und steigt auf 40 Euro oder 70 Euro, je nachdem für welche Kleiderkategorie man sich entscheidet.

Wer Kleider sucht, die vielleicht schon einmal von Promis auf dem roten Teppich getragen wurden, ist bei Dresscoded an der richtigen Adresse. Dementsprechend höher fällt auch der Mietpreis aus. Während die Abendrobe in Weiß vom Label Young Couture der Designerin Barbara Schwarzer ab 120 Euro zu haben ist, kostet das Abendkleid von Talbot Runhof in Schwarz dagegen 350 Euro.

6. PoshBags4Rent und RunAwayBagWer es nur auf eine schicke Handtasche abgesehen hat, wird auf PoshBags4Rent oder RunAwayBag fündig. Die Palette reicht von teuren Designermarken wie Picard, Calvin Klein und Campomaggi bis hin zu den günstigeren Varianten von Desigual oder Oilily. Laut Anbieter können Kunden die Mietdauer selbst bestimmen. Bei poshbags4rent liegt diese in der Regel zwischen einer und vier Wochen. Registrieren muss man sich dafür zumindest bei poshbags4rent nicht, hier bekommt man auch als „Gast“ eine Tasche geliehen, zahlt dafür aber laut Verleiher einen höheren Preis.

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