Nachhaltige Investition: Rüstung und Atomkraft für viele Kunden ein No-Go

Nachhaltige Investition: Rüstung und Atomkraft für viele Kunden ein No-Go

Bild vergrößern

Etwa 50 Prozent der Bankkunden wollen nicht, dass ihr Geld an Firmen verliehen wird, die Waffen oder Panzer herstellen.

von Ruth Herberg

Einige Geldhäuser investieren in umwelt- und sozialschädliche Unternehmen – für viele Kunden ist das ein Grund, die Bank zu wechseln. Das zeigt eine neue Studie, die WiWo Green exklusiv vorliegt.

8,3 Milliarden Euro sollen deutsche Banken zwischen 2013 und 2015 an Unternehmen mit fragwürdigen Geschäften, etwa in der Rüstungsindustrie, verliehen haben. Auch bei Investitionen in fossile Energieträger sind viele Finanzinstitute ganz vorne mit dabei.

Die Bankkunden stört das massiv: Für etwa die Hälfte beziehungsweise jeden fünften Sparer hierzulande sind Investitionen in diese Branchen ein Grund, das Finanzinstitut zu wechseln. Das geht aus einer forsa-Umfrage hervor, die WiWo Green exklusiv vorliegt.

Anzeige

Nach der von der Triodos Bank in Auftrag gegebenen Studie würden zudem 40 Prozent der Bank den Rücken kehren, wenn diese Atomkraftwerke finanziert.

Für deutlich mehr als die Hälfte der Kunden (56 Prozent) sind spekulative Geschäfte mit Lebensmitteln ein Ausschlusskriterium. Genauso viele Kunden würden ihre Bank wechseln, wenn diese Personen oder Unternehmen dabei hilft, Steuern zu umgehen.

Smartes Banking Kreditkarte macht CO2-Fußabdruck sichtbar

Die finnische Ålandsbank liefert ihren Kunden mit dem Kontoauszug auch eine Übersicht des individuellen CO 2-Fußabdrucks.

Die Ostssee-Karte selbst wird aus erneuerbaren Materialien hergestellt. (Foto: Alandbank)

Knapp drei Vierteln der Befragten (72 Prozent) ist es demnach wichtig, dass ihre Bank transparent darüber berichtet, wie sie die Gelder verwendet. Weil viele Banken das allerdings nicht tun, wissen die Kunden oft gar nicht, was die Bank mit ihrem Geld macht.

„Das ist vermutlich einer der Gründe, warum viele Menschen ihre Bank letztendlich nicht wechseln“, sagt Michael Rebmann, Sprecher der Triodos Bank. Zudem sei der Aufwand, den ein Bankwechsel mit sich bringe, sehr hoch.

Neues Gesetz soll Kontowechsel erleichtern

In Zukunft wird diese Hürde für Bankkunden jedoch kleiner: Am 18. September tritt ein neues Zahlungskontengesetz in Kraft. Es soll Kunden den Wechsel des Girokontos erleichtern, indem die bisherige Bank verpflichtet wird, innerhalb von 14 Tagen alle Daueraufträge und Lastschriften auf die neue Bank zu übertragen.

„Wer überlegt, sein Konto zu wechseln, sollte auch darüber nachdenken, was seine Bank mit dem ihr anvertrauten Geld macht“, sagt Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland. „Viele Kunden unterschätzen den enormen Hebel, den Banken durch Finanzierungen und Investments in bestimmte Unternehmen oder Branchen haben, und den sie als Kunde sehr wohl beeinflussen können.“

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%