Naturkatastrophen: Bilanz für 2012 fällt verheerend aus

Naturkatastrophen: Bilanz für 2012 fällt verheerend aus

von Benjamin Reuter

Monsterstürme, lange Dürren: Der Rückversicherer Munich Re hat die Schäden für 2012 beziffert. Eine Frage bleibt: Ist der Klimawandel schuld?

Auf den ersten Blick scheint es keine schlechte Bilanz, die der Münchner Rückversicherer Munich Re heute veröffentlicht hat: Die Schäden für Naturkatastrophen gingen 2012 im Vergleich zum Vorjahr um rund 240 Milliarden Dollar zurück. Der Grund: Große Erdbeben wie 2011 in Japan oder Neuseeland fehlten.

Blickt man aber nur auf die klimatischen und nicht auf die geologischen Ereignisse ist die Bilanz verheerend – besonders in den USA.

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Insgesamt richteten Naturkatastrophen wie Stürme, Dürren und Starkregen im vergangenen Jahr weltweit Schäden von 160 Milliarden Dollar an. Versichert waren davon aber nur 65 Milliarden. Knapp 70 Prozent der Gesamtschäden entfielen dabei auf die USA – vor allem auf den Wirbelsturm Sandy und die Dürre in den Agrarregionen im Mittleren Westen des Landes.

Die Schäden, die Sandy unter anderem in New York anrichtete, belaufen sich nach bisherigen Schätzungen auf 50 Milliarden Dollar (ohne Sandy wäre es also ein unterdurchschnittliches Katastrophenjahr gewesen). Die Dürre kostete die US-Landwirte rund 20 Milliarden Dollar. In den USA war 2012 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895.

Europa und die Asien/Pazifik Region blieben weitgehend von großen Naturkatastrophen verschont. Insgesamt starben 2012 weltweit, laut Munich Re, knapp 10.000 Menschen wegen Extremwettern und kleineren Erdbeben.

Ist der Klimawandel schuld?Am Ende stellt sich natürlich die Frage, inwieweit der Klimawandel für die Katastrophen mitverantwortlich ist? Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re: „Natürlich lassen sich einzelne Ereignisse nicht auf den Klimawandel zurückführen, sie wären isoliert gesehen auch ohne ihn möglich“, sagt er. Aber viele Studien gingen für die Zukunft von mehr sommerlichen Dürreperioden in Nordamerika aus, und auch folgenreiche Wirbelstürme relativ weit im Norden der US-Ostküste dürften langfristig wahrscheinlicher werden, so der Forscher. Insofern war 2012 für die USA durchaus ein Vorgeschmack des Kommenden.

Auch US-Wissenschaftler sind sich mittlerweile recht sicher, dass der Klimawandel Stürme wie Sandy zwar nicht auslöst, aber doch verstärkt. Keine guten Aussichten für die Zukunft also.

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