Neue Studie: Wie der Klimawandel Wetterextreme beeinflusst

Neue Studie: Wie der Klimawandel Wetterextreme beeinflusst

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Welchen Anteil hat der Mensch an Wetterextremen? Dieser Frage gehen Wissenschaftler aus aller Welt nach. (Foto: Stephen Morrison/dpa)

von Carsten Ruge

Die Forschung kann zunehmend den Beitrag von klimatischen Veränderungen zu extremen Ereignissen bestimmen und damit auch den menschlichen Einfluss auf das Wetter.

Der Mensch hat mit seinem Wirken auf der Erde für einen Klimawandel gesorgt. Darin sind sich Forscher weltweit einig. Doch sind wir auch verantwortlich für extreme Wetterphänomene wie Fluten, Dürren oder Hitzewellen? Dieser Frage gehen Wissenschaftler seit geraumer Zeit nach.

Lange hieß es, dass extreme Wetterereignisse dem menschlichen Verhalten nicht zuzuschreiben sind. Doch eine neue Untersuchung der National Academies of Science kommt nun zu dem Schluss, dass diese These nicht länger aufrechterhalten werden kann.

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Bewertung anhand von Studien aus den Jahren 2011 bis 2014

Die Forscher sahen sich Studien aus den Jahren 2011 bis 2014 für ihre Bewertung an. Während 2011 lediglich sechs Beiträge zu extremen Wetterereignissen aus dem Vorjahr zur Verfügung standen, waren es 2014 bereits 32 Untersuchungen von 28 Ereignissen auf allen sieben Kontinenten, die sie zu Rate zeihen konnten.

Durch die größeren Umfänge und den wissenschaftlichen Fortschritt lassen sich nach Angaben der National Academies of Science quantitative Aussagen treffen, die den Einfluss des menschlich bedingten Klimawandels auf das Ausmaß und die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen oder Ereignisklassen belegen.

Bei den Untersuchungen wurden unterschiedliche Methoden angewendet. Die meisten Forscher nutzten für ihre Studien gekoppelte Klimamodelle. Dabei simulierten sie die Veränderung des Klimas mit und ohne menschlichen Einfluss.

Andere konzentrierten sich bei ihrer Forschung auf atmosphärische Komponenten und untersuchten so das Auftreten von seltenen Ereignissen. Sie verglichen anschließend die Wiederkehrperioden solcher Ereignisse mit und ohne den Menschen und berechneten die veränderte Wahrscheinlichkeit.

Mehr Erkenntnisse über Temperaturextreme

Es lässt sich bei den verschiedenen Forschungen erkennen, dass tendenziell bei extremen Temperaturereignissen, sei es heiß oder kalt, stärkere Beweise für den menschlichen Einfluss vorliegen als bei anderen Extremen wie Dürren. Der Grund dafür ist eine größere Datenmenge, die in unterschiedliche Modelle eingespeist werden kann und dadurch der Einfluss des Menschen gut simulierbar ist. Im Gegensatz dazu sind beispielsweise starke Regenfälle datentechnisch schlecht erfasst. Zusammenhänge können somit weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.

In Deutschland hat vor allem der Südosten Bayerns in den letzten Jahren mit Fluten zu kämpfen. (Foto: Armin Weigel/dpa) Quelle: dpa

In Deutschland hat vor allem der Südosten Bayerns in den letzten Jahren mit Fluten zu kämpfen. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Bild: dpa

Es braucht also in Zukunft verbesserte Klimamodelle, mehr Beobachtungsdaten und ein höheres theoretisches Verständnis, um verlässliche Aussagen über Wetterextreme tätigen zu können. Aktuelle Initiativen wie EUCLEIA (European Climate and Weather Events: Interpretation and Attribution) und der World Weather Attribution effort versuchen die Entwicklung der Wissenschaft in dieser Hinsicht voranzutreiben.

Daten zu Vorhersagen nutzen

Ziel es Ganzen ist es, der Gesellschaft zu helfen. Denn wenn Klimawandel und –variabilitäten besser verstanden und berechnet werden können, können sich auch die Menschen auf die Extreme einstellen. Damit sich die Glaubwürdigkeit der Forschung erhöht, sind Verbesserungen in der Analysetechnik und Möglichkeiten für eine gute Evaluation und Kommunikation vonnöten.

Von Vorteil sind in diesem Zusammenhang sicher wiederkehrende Messungen. Das zeigen temperaturbasierte Studien. Ständige Updates und Routinen führen dazu, dass sich die Wetterphänomene besser verstehen lassen. Die National Academies of Science empfiehlt, dass man diese Studien zur Wettervorhersage nutzen soll. Der Zeitraum der Vorschau könne sich von wenigen Tagen über ganze Jahreszeiten erstrecken.

Unabhängig von diesem Ratschlag scheint eines jedoch klar: Wenn die aktuellen Ereignisse verlässlich in einen Kontext mit vergangenen und künftigen Klimaveränderungen gesetzt werden können, gibt dies der Gesellschaft die Möglichkeit, besser mit Wetter- und Klimarisiken umzugehen.

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