Neue Trinkwasser-Grenzwerte: Raus mit den giftigen Bleirohren!

Neue Trinkwasser-Grenzwerte: Raus mit den giftigen Bleirohren!

von Jürgen Klöckner

Leitungswasser gilt als gesund, doch giftige Leitungen sind ein Problem. Nun gibt es schärfere Grenzwerte.

Leitungswasser gilt als das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland, oftmals ist es reiner und günstiger als Flaschenwasser. Ein Problem gibt es aber: Immer noch sind manche Leitungen, durch die es fließt, bleihaltig und damit giftig. Das soll sich nun ändern.

Seit dem 1. Dezember gelten neue Grenzwerte für den Bleigehalt im Wasser. Zehn Mikrogramm dürfen nun nur noch pro Liter enthalten sein, vorher waren es 25 Mikrogramm. Bleileitungen werden damit quasi unbrauchbar. Vermieter, die diese noch verwenden, müssen sie schnellstmöglich sanieren - und ihre Mieter darüber informieren. Geschieht das nicht, drohen bittere Bußgelder.

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Gesundheitsämter sind nun in ganz Deutschland damit beschäftigt, Trinkwasserproben von Mietshäusern zu untersuchen. Wie groß das Problem tatsächlich ist, ist unklar - es gibt nur Zahlen für einzelne Regionen.

In Bonn etwa hat mehr als jeder zweite Altbau noch ein Bleiproblem, schätzen Experten. In Hamburg sollen mehr als 50.000 Einwohner bleihaltiges Trinkwasser trinken, ohne es zu wissen. Hier war es bis in die 70er Jahre erlaubt, Bleileitungen in Neubauten zu verlegen - wie in ganz Norddeutschland. Im Süden ist das hingegen schon seit mehr als 100 Jahren verboten.

Denn die Schäden für die Gesundheit können beträchtlich sein. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches warnt: “Gesundheitlich bedeutend ist vor allem die schleichende Belastung durch regelmäßige Aufnahme kleiner Bleimengen, die man nicht merkt. Sie beeinträchtigt die Blutbildung und Intelligenzentwicklung bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Besonders empfindlich auf Blei reagiert das sich entwickelnde kindliche Nervensystem.”

Behörden empfehlen deshalb Schwangeren und Kleinkindern, nur Flaschenwasser zu trinken bzw. beim Kochen zu verwenden. Wasserfilter hingegen sind hier nutzlos.

Ein ähnliches Problem besteht übrigens auch bei neueren Kupferrohren – ihre Rückstände können für Kleinkinder gefährlich sein. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt deshalb, Wasser aus dem Hahn bis zu drei Minuten ablaufen zu lassen.

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