News: Streit um Mekong-Staudamm

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Kambodschanische Fischer machen in der Grenzregion zu Laos am Ufer des Don Sahong fest. Dieser dürfte durch den Staudammbau allerdings bald deutlich weniger Fische beherbergen.

Einer der größten Flüsse Laos' soll durch einen Staudamm unterbrochen werden. Doch ob das Wasserkraft-Projekt überhaupt rentabel sein wird, ist umstritten.

Eigentlich gilt Wasserkraft als nachhaltige Energie. Und zwar als eine der wenigen, die rund um die Uhr Strom liefert. Dennoch gehen in Laos derzeit Umweltschützer, Forscher und Anwohner auf die Barrikaden.

Grund ist der Don Sahong Dam, ein Staudamm, der Grundlage eines 260-Megawatt-Kraftwerkes werden soll. Mit rund 30 Metern nicht extrem hoch, aber ertragreich: Der Strom soll vor allem in die Nachbarstaaten Thailand und Kambodscha exportiert werden. Devisen, die Laos gut gebrauchen könnte - es gehört für die UN zu den "Least Developed Countries", den entwicklungsbedürftigsten Staaten der Erde.

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Kambodscha ist sich allerdings gar nicht mehr so sicher, ob die ökonomischen Effekte den ökologischen Schaden rechtfertigen, und auch Vietnam hat sich schon gegen den Bau ausgesprochen. Denn der Don Sahong ist einer der sieben Arme, in die sich der Mekong aufteilt – und der tiefste. Der Staudamm wäre für die Fischwanderung ein extremes Hindernis.

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Hausgemachte Naturkatastrophen gefährden den boomenden Tourismus-Sektor in Vietnam. Die deutsche Unternehmerin Anna Hübner versucht dagegenzuhalten: mit Altkleider-Beuteln und Mülltrennung. Ein Gespräch.

Nichts zu tun: Dieser Fischer aus Danang gönnt sich in seinem Korb-Boot eine Pause. Quelle: AP

Letzte Chance für einen Baustopp?

Schon der Baubeginn im Januar hat den Wasserfluss abschwellen lassen, nun sehen Fischer und Umweltschützer die letzte Chance, den Bau doch noch zu stoppen. Die Fischerei am Mekong ist ein großes Geschäft: Über zwei Millionen Tonnen holen die Fischer jährlich aus dem Fluss, immerhin elf Milliarden US-Dollar Umsatz für die Region.

Experten schätzen, dass die Hälfte davon wegfallen könnte, berichtet der Ecologist – und es gebe noch ein zweites Problem. Denn der Klimawandel habe den Gletschern in Tibet bereits so zugesetzt, dass in den kommenden Jahrzehnten mit weniger Wasser im Mekong zu rechnen sei – und entsprechend auch mit weniger Leistung des Kraftwerks.

Beim Mekong dürfte es sich um das größte Inländische Fischfang-Gebiet der Welt handeln. Wie sehr die Fischerei die Lebenswelt der Mekong-Anwohner prägt, hat WiWo Green übrigens in diesem Sommer in einer sehenswerten Video-Reportage gezeigt:

Videoreportage Vier mal vier - Leben und Leisten im Mekong-Delta

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Eine Fähre auf dem Mekong. Quelle: AP
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