OECD-Studie schlägt Alarm: Luftverschmutzung kostet jährlich 3,5 Billionen Dollar

OECD-Studie schlägt Alarm: Luftverschmutzung kostet jährlich 3,5 Billionen Dollar

von Andreas Menn

Einmal die Luft anhalten: Smog in Städten tötet pro Jahr mehr als drei Millionen Menschen. Auch Deutschland ist betroffen.

Es ist ein Report mit Sprengkraft, und wer ihn liest, will am liebsten nur noch die Luft anhalten. Denn in dem Dokument, das die OECD am Mittwoch veröffentlichte, haben Forscher die Kosten der Luftverschmutzung weltweit zusammengetragen. Und die Ergebnisse dürften für Aufsehen sorgen:

  • Verschmutzte Luft, so das wichtigste Resultat,

    tötet jedes Jahr weltweit 3,5 Millionen Menschen

    . Denn Feinstaub, Stickoxide und Co. verursachen lebensgefährliche Herz- und Lungenkrankheiten. Dabei nahm die Zahl der Todesfälle zwischen 2005 und 2010 um vier Prozent zu - vor allem weil der Smog in China und Indien immer dichter wird.
  • Die

    Kosten

    der Krankheits- und Todesfälle in den 34 OECD-Staaten plus China und Indien belaufen sich auf 3,5 Billionen Dollar. In den OECD-Ländern sind 50 Prozent der Kosten - fast eine Billionen Dollar - auf die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr zurückzuführen.
  • In

    Deutschland

    sterben jährlich rund 42.600 Menschen an den gesundheitlichen Folgen der Luftschadstoffe. Das sind immerhin fast 9000 Todesfälle weniger als 2005. Doch die Zahl ist immer noch gewaltig, wenn man sie mit den Unfallopfern vergleicht: Im Jahr 2010 starben auf Deutschen Straßen 3648 Menschen bei Verkehrsunfällen.
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Was ist nun zu tun?



Die OECD rät Regierungen, sie sollten "ihre politischen Entscheidungsprozesse überdenken (...), die die Umstellung auf Dieselfahrzeuge begünstigt haben." Moderne Dieselmotoren mit so genannter Direkteinspritzung sind zwar oft sparsamer als Benziner, aber sie erzeugen ein Vielfaches an krebserregenden Partikelteilchen, die ungehindert in die Atemluft strömen.

Ferner, so die OECD, sei es "dringend erforderlich, sich die Frage zu stellen, weshalb es dem politischen Entscheidungsprozess bisher nicht gelungen ist, Maßnahmen durchzusetzen, z.B. in Bezug auf den öffentlichen Verkehr, die die Luftverschmutzung hätten reduzieren können – und wie dies in Zukunft behoben werden kann."

Und die Studie legt auch eine weitere Überlegung nahe: Wer über die vermeintlich hohen Kosten der Elektromobilität spricht, muss auch die versteckten Kosten der fossilen Brennstoffe in die Berechnung einbeziehen.

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