Öko-Tourismus: Start-up lockt mit Kompost-Toilette und Upcycling-Kurs nach Spanien

Öko-Tourismus: Start-up lockt mit Kompost-Toilette und Upcycling-Kurs nach Spanien

von Nora Marie Zaremba

Ein Berliner Start-up will im beliebten Urlaubsland Spanien Tourismus und Nachhaltigkeit verbinden.

Urlaub ist nicht unbedingt die nachhaltigste Angelegenheit. Die wohl schlimmsten Fälle: Bei der Anreise mit dem Flugzeug werden Unmengen von CO2 ausgesetzt. Man übernachtet in Betonhochburgen direkt am Meer, für die Wälder und heimische Tierarten weichen mussten. Und vielleicht geht es dann auch noch auf den Golfplatz, dessen Bewässerung kostbares Wasser in ohnehin trockenen Regionen verbraucht.

EcoVentureCamps aus Berlin möchten nun Tourismus und Nachhaltigkeit zusammenbringen. Dafür will das Startup auf einem etwa 450 Hektar großen Farmgelände in den Bergen von Andalusien ein nachhaltiges Erlebniscamp errichten.

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Permakultur und Open-Air-DuscheEs warten klimafreundliche Ferien: Urlauber können die Region zu Fuß oder auf dem Rücken von Pferden erkunden. Die Küche ist regional und biologisch. Und in speziellen Workshops lernen die Gäste etwa Upcycling kennen, Öko-Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung.

Eigens gebaute Bio-Kompost-Toiletten und Open-Air-Duschen ermöglichen die Aufbereitung des Abwassers, die Materialien stammen vom Farm-Gelände und den Strom liefert eine Photovoltaik-Anlage. Eingeladen werden  stets kleinere Gruppen, Massentourismus soll es eben nicht geben.

Einziger Wermutstropfen: Wer nicht viel Zeit hat und aus dem Ausland anreist, wird wohl nur schwer auf das Flugzeug verzichten können.

Die Idee zu den EcoventureCamps stammt von dem 31-jährigen Jacob Gründer, der bei seinem Spanienurlaub zufällig auf das Farmgelände aufmerksam wurde.

Mittlerweile umfasst das Team acht Leute, darunter eine Pferdetrainerin und eine Pädagogin. Möglich wird das Camp auch durch den Farmbesitzer Theo von Peene. Der gebürtige Belgier lebt seit über 30 Jahren in Spanien und hält seinen ökologischen Fußabdruck auf der Farm auch dadurch gering, indem er möglichst viel selber macht.

Aktuelle Crowdfunding-KampagneDamit bald die ersten Gäste empfangen werden können, wirbt das Projekt auf der Plattform Ecocrowd derzeit um Unterstützer. Die angepeilten 4.500 Euro sollen vor allem die Baumaterialien für die Camps finanzieren.

"Langfristig wollen wir hier auch Schulklassen einladen und mit ihnen Workshops durchführen", sagt Gründer. Dabei steht dann auch der Klimawandel auf dem Lehrplan.

In Spanien ist der Klimawandel längst eine messbare Tatsache. Er bringt dort nicht nur frühen Wein und Orangen, sondern auch Dürre, Wassermangel, Hagel und Platzregen.

Immer wieder auch führen Hitzewellen zu gewaltigen Waldbränden. Das bisher schlimmste Feuer in diesem Sommer hat bei Òdena in Katalonien in zwei Tagen knapp 1300 Hektar Wald und Agrarfläche zerstört. Das entspricht rund 1500 Fußballfeldern.

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