Off-Grid-Waschmaschinen: Saubere Kleidung fernab vom Stromnetz

Off-Grid-Waschmaschinen: Saubere Kleidung fernab vom Stromnetz

von Robert Habi

Wäschewaschen in der Natur funktioniert auch ohne Waschbrett. Das zeigen diese cleveren Tüfteleien ab zehn Dollar.

Schlammige Hosen, verschwitzte Shirts und schmutzige Handtücher: Wer im Natur-Urlaub nicht permanent schmutzige Wäsche mit sicher herumtragen will, dem bleibt nicht nur die Handwäsche im Fluss.

Verschiedene stromfreie Alternativen bieten sich auch für Menschen an, die eine wasser- und stromsparende Alternative zur heimischen Waschmaschine suchen. Die folgenden Erfindungen sind da einen genaueren Blick wert:

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Die Pömpel-WäscheDie erste Variante ist eine der Marke Eigenbau - erdacht und erprobt von einem amerikanischen Tiny-House-Besitzer – also jemanden, der in einem kleinen minimalistischen Eigenheim wohnt, das man auf einem Anhänger transportieren kann.

Auf dem Nachhaltigkeitsblog treehugger.com zeigt er, wie man mit Material für zehn Dollar und ein bisschen Muskelkraft seine Wäsche vom Schmutz befreit und selbst trocken bleibt.

Dazu braucht es zwei baugleiche Eimer mit einem Deckel, eine Abfluss-Saugglocke und ein spitzes Messer oder einen Bohrer – und natürlich ein bisschen Lust zum Selbermachen. Die Eimer werden ineinandergesteckt, der innere muss rundum mit einigen Löchern durchsiebt sein.

Für Schaum und Bewegung im Wasser sorgt die Saugglocke, die ebenfalls durchlöchert sein muss. Ihr Stiel wird durch ein mittiges Loch im Deckel gesteckt, sodass kein Wasser herausspritzen kann. Jetzt muss nur noch Wasser, Wäsche und Waschmittel in den Eimer. Deckel drauf und die Saugglocke kräftig hoch und runter schnellen lassen.

Als optimales Werkzeug empfehlen viele "Handwascher" in Amerika den "Rapid Laundry Washer".

Nach ein paar Minuten Muskeleinsatz hebt man den inneren Eimer heraus und lässt das Schmutzwasser durch die Löcher rinnen, oder presst es mit dem anderen Eimer heraus. Fertig.

Wassersparend ist diese Variante allerings nur, sobald man Kleidung nur in den nötigsten Fällen wäscht oder das Spülwasser auffängt und anderweitig verwerten kann.

Kompakte DesignerlösungFür umgerechnet etwa 115 Euro gibt es Drumi, entwickelt von der kanadischen Firma Yirego. Drumis Design erinnert etwas an R2D2 aus Star Wars – kommt aber komplett ohne Elektronik aus. Der kleine Waschhelfer ist nicht nur schick und kompakt, sondern besteht zu 40 Prozent aus recycelbarem Material.

Die stromfreie Waschmaschine wäre damit eine gute Ergänzung zur energieautarken Designer-Unterkunft, die wir kürzlich vorgestellt haben: Der Wohn-Ei Ecocapsule.

Und wie funktioniert der schicke Ökowaschhelfer? Deckel auf, Wäsche rein, Waschmittel und Wasser auf die Trommel geben und wieder verschließen. Sobald man dann das Fusspedal tritt, rotiert im Inneren die Waschtrommel wie eine Salatschleuder.

Laut Yirego kann Drumi etwa 2,5 Kilogramm Wäsche laden – also genug für Unterwäsche und ein paar Shirts oder eine Jeanshose. Für Waschen und Spülen braucht es maximal zehn Liter Wasser.

Zum Vergleich: Normale Waschautomaten brauchen für 7 KG etwa 40 Liter Wasser, je nach Waschprogramm und Hersteller.

Entwickelt für die SlumsWer gerade denkt, die Idee ist mir schon bekannt, irrt nicht. Schon im Jahr 2012 haben Alex Cabunoc und Ji A You vom Art Center College of Design in Los Angeles ihre mittlerweile preisgekrönte Lösung GiraDora vorgestellt.

Inspiriert von den Slum-Bewohnern von Cerro Verde in Peru, soll die Maschine die tägliche Knochenarbeit bei der Handwäsche erleichtern und gleichzeitig Wasser sparen. Auch GiraDora funktioniert mit einem Pedal, das man sogar auf der geschlossenen Tonne sitzend treten kann.

Wer in Europa eine der beiden Pedal-Waschmaschinen haben will, muss sich allerdings noch gedulden. Drumi ist schon in Nordamerika erhältlich, Europäer können sich per Mail auf eine Warteliste setzen lassen. Das Team von GiraDora informiert über seinen Fortschritt auf seiner Facebook-Seite.

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Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe “Müllfrei im Haushalt: Wie wir unsere Abfälle drastisch reduzieren können”, mit der wir in diesem Sommer konkrete Tipps zur Müllvermeidung vorstellen.

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