Ohne Wasser und Sonne: Wundervase Mygdal lässt Pflanzen wachsen

Ohne Wasser und Sonne: Wundervase Mygdal lässt Pflanzen wachsen

von Malte Laub

Keine Zeit, keine Sonne, kein grüner Daumen? Diese Vase deutscher Designer lässt Pflanzen trotzdem sprießen.

Immer mehr Menschen zieht es in die Innenstädte, entsprechend enger wird der Wohnraum in den Metropolen und der Alltag wird auch noch stetig hektischer - schwierige Zeiten für Zimmerpflanzen. Ihnen fehlen in diesen urbanen Zeiten zunehmend Tageslicht und Besitzer mit Zeit und grünem Daumen für ihre Pflege. Ein Problem, finden die Designer Emilia Lucht und Arne Sebrantke, schließlich hätten Pflanzen einen durchaus großen Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Daher haben die Gründer des Designstudios Nui aus Halle an der Saale getüftelt, um trotz Sonnen-, Zeit- und Grün-Daumen-Mangels für ausreichend Bepflanzung in den Behausungen trendbewusster Städter zu sorgen. Herausgekommen ist Mygdal, ein komplett eigenständiges Ökosystem im Glas - inklusive mitgelieferter LED-Sonne.

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Wie ein Buddelschiff für Pflanzen

Mygdal hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Buddelschiff: Wo dort ein Schiff aus Streichhölzern in einer Flasche errichtet wird, wird hier ein kleines Gewächs in eine Glaskuppel gepflanzt. Dann wird die Kugel verschlossen - nicht mit einem Korken, sondern mit einem Deckel, in den eine LED-Lampe eingelassen ist - und damit ist die Pflanzenpflege bereits abgeschlossen, sagen die Designer. Das Gewächs könne nun - dem Buddelschiff gleich - sich selbst überlassen werden. Das Ökosystem reguliere sich selbst.

Sonnenlicht ist nicht nötig, die LEDs helfen bei der Photosynthese, schreiben die Designer auf ihrer Website. Ideal also für kleine Souterrain-Wohnungen oder Großraumbüros voller lichtfressender Trennwände. Auch gießen müsse der vielbeschäftigte Pflanzenzüchter seine Schützlinge nicht - einmal aufgestellt, könne er sich auf Jahre darauf beschränken, sein Gewächs von außen zu beschauen, heißt es.

Spezialbeschichtung leitet Strom

Zwei Varianten der mundgeblasenen und handgefertigten Glas-Gewächshäuschen möchten die Erfinder auf den Markt bringen,  eine zum Aufhängen und eine zum Aufstellen. Letztere soll mit einem besonderen Clou aufwarten: Durch eine besondere Glas-Beschichtung soll die oben in der Kuppel befestigte LED ohne eine direkte Kabelverbindung zur im Fuß eingelassenen Stromquelle versorgt werden. Das entsprechende Patent haben die Designer angemeldet.

Wann Mygdal auf den Markt kommen soll, ist noch ebenso unbekannt wie der Preis für das urbane Gewächshaus. Bekannt aber ist, woher die Glaskuppel ihren mythisch klingenden Namen hat: Mygdal ist der Heimatort des Glasbläsers Peter Kuchinke, der Name ist also eine Hommage. Doch nicht nur das: Der Name des norddänischen Dorfs bedeutet übersetzt "fruchtbarer Boden".

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