Paradox: Klimawandel könnte Wasserproblem lösen

Paradox: Klimawandel könnte Wasserproblem lösen

von Jan Willmroth

Laut einer neuen Studie könnten extreme Regenfälle in trockenen Regionen das Grundwasser schneller auffüllen.

Extreme Niederschläge, steigende Meeresspiegel, schwindende Süßwasservorräte: Der Klimawandel hat viel mit Wasser zu tun. Als eine der größten Bedrohungen gilt eine schlechtere oder gar fehlendeTrinkwasserversorgung in manchen Weltregionen. Gibt es nicht genügend Trinkwasser, fehlt auch das Essen.

Doch es gibt Hoffnung - ausgerechnet wegen der Folgen des Klimawandels. Laut einer neuen Studie des Geologen Richard G. Taylor vom University College of London, die am Sonntag im Fachjournal "Nature Climate Change" erschienen ist, könnten extreme Regenfälle in trockenen Regionen schneller das Grundwasser wieder auffüllen. Je mehr ungewöhnlich starker Regen fällt, wie von den Vereinten Nationen erwartet, desto mehr Wasser stünde demnach wieder zur Verfügung.

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Die Studie geht davon aus, dass Grundwasser in den meisten Weltregionen die Hauptquelle der Trinkwasserversorgung ist. Durch höhere Temperaturen und häufigere Dürren sinkt der Grundwasserspiegel - und wird bei Regen nicht mehr angemessen aufgefüllt, weil das Wasser an der Oberfläche schneller verdunstet.

Die Forscher um Richard G. Taylor haben nun den Zusammenhang zwischen Regenfällen und Grundwasserspiegel in Tansania in einem Zeitraum von 55 Jahren untersucht. Ergebnis: Der Grundwasserspiegel stieg gerade nach heftigen Stürmen überproportional an.

Das klingt logisch: Stärkerer Regen durchnässt den Boden mehr, das Wasser verdunstet nicht so schnell, so kann mehr durchsickern. Ob sich die Ergebnisse verallgemeinern lassen, müssen weitere Studien zeigen. Immerhin gibt es nun erste Hinweise darauf, dass das Trinkwasserproblem nicht so groß sein könnte, wie derzeit noch angenommen. Denn stärkere Regenfälle und mehr Stürme sind das, was Forscher als Folgen des Klimawandels vorhersagen.

Eine Zusammenfassung der Studie kann man sich hier ansehen.

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