Parkplatznot: Die spannendsten Konzepte für Fahrrad-Parkhäuser

Parkplatznot: Die spannendsten Konzepte für Fahrrad-Parkhäuser

von Felix Ehrenfried

In Städten fehlt zunehmend der Platz, um Fahrräder abzustellen. Wir präsentieren drei Konzepte, die das ändern können.

Immer mehr Stadtbewohner steigen um: Von vier auf zwei Räder, vom Auto auf das Fahrrad. Das freut die Umwelt und die Gesundheitskassen. Radeln ist emissionsfrei und stärkt das Herz-Kreislaufsystem und die Muskeln; laut einer Studie erspart jeder Radler dem Gesundheitssystem damit Ausgaben von 2000 Euro pro Jahr.

Der Boom beim Radfahren führt aber zu einem Problem: Mittlerweile tritt in immer mehr Städten das Phänomen auf, dass zu viele Radler die Radwege verstopfen und sich an Ampeln Trauben von Fahrradfahrern sammeln. Spiegel-Online berichtete darüber vergangene Woche. Wir haben das Problem schon Anfang Juli aufgegriffen.

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Kein Wunder: So nutzen zum Beispiel in Amsterdam mehr als 30 Prozent der Bevölkerung täglich das Fahrrad, in anderen Metropolen wie Kopenhagen oder der deutschen Fahrradhauptstadt Oldenburg liegt diese Zahl sogar noch höher.

Das Ergebnis: Die Infrastruktur hält nicht mehr mit. Das betrifft aber nicht nur fehlende oder zu schmale Radwege.

Mittlerweile fragen sich viele Radler in der Innenstadt oder an Bahnhöfen: Wohin stelle ich meinen Drahtesel? Denn gerade in Stadtzentren ist Platz Mangelware. Deshalb verstopfen derzeit geparkte Räder immer häufiger die Fußwege und hängen an Pfählen von Straßenschildern und Laternen wie Mücken am Licht.

Doch auch für dieses Problem gibt es mittlerweile innovative Lösungen. Wir stellen drei Konzepte vor, mit denen Städte mehr "Parkplatz" für Fahrräder schaffen können.

 Die Tiefgarage für das BikeIn der asiatischen Megacity Tokio begegnet man dem Platzproblem für Fahrräder mit Hightech. In unterirdischen Garagen finden bis zu 144 Räder Platz. Diese werden vollautomatisch in einen bis zu zwölf Meter tiefen Schacht transportiert, wo sie abgestellt werden.

Mittels eines am Drahtesel befestigten Chips erkennt der Computer, wo das Gefährt abgestellt werden muss. Hält der Besitzer über der Erde das dementsprechende Gegenstück an einen Bildschirm, fördert ein Lift sein Zweirad wieder ans Tageslicht.

Die Tiefgarage für Fahrräder ist überaus platzsparend. Auf nur wenigen Quadratmetern können mehr als 100 Fahrräder verstaut werden, gleichzeitig bleibt der Flächenverbrauch überirdisch gering. Auch wenn der Preis vom Hersteller nicht verraten wird: Billig wird das System nicht sein. Es rentiert sich also nur für Städte, in denen Platz absolute Mangelware ist.

Hier ein Video des Konzepts:

Der Fahrradapfel in Alphen

Das  Konzept kommt aus den Niederlanden, wo man vermutlich am meisten mit Platzproblemen für Fahrräder zu kämpfen hat. Der Fahrradapfel ist ein riesiges, kugelförmiges Gebilde aus grün lackiertem Stahl in dessen Inneren hunderte von Fahrrädern Platz finden. Der Apfel steht in der Gemeinde Alphen. Hier geht es zu einer Bildergalerie des Fahrradapfels, der auf niederländisch Fietsappel heißt.

Der Bikeaufzug für die HäuserwandDas Konzept existiert zwar erst als Prototyp, aber in Seoul soll schon bald der erste sogenannte Bike Hanger installiert werden. Ähnlich dem Vorläufer des Aufzugs, dem sogenannten Pater Noster, können Fahrräder an ein Band gehängt werden, an dem sie sich in die Höhe ziehen lassen.

Das macht es möglich, mehrere dutzend Fahrräder an Häuserwänden zu parken. Das Konzept stammt von dem New Yorker Unternehmen Manifesto Architecture und wurde schon 2010 auf der Seoul Cycle Design Competition vorgestellt.

Das besonders charmante an dem System: Um sein Fahrrad aus luftigen Höhen wieder herunter zu holen muss erst einmal kräftig in die Pedale getreten werden. Ein Fahrrad am Erdboden setzt den Fahrradaufzug in Bewegung. Das ganze System besteht aus recyceltem Plastik und Stahl, ist also genauso umweltfreundlich wie das Radeln.

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