Petroleum ade: Mehr als eine Million Afrikaner nutzen Solarlampen

Petroleum ade: Mehr als eine Million Afrikaner nutzen Solarlampen

von Jonas Gerding

Immer noch haben viele Menschen in Afrika keinen Zugang zu Strom – eine NGO will sie alle bis 2020 mit Solarlampen ausstatten.

25 Milliarden Liter Petroleum verbrennen jedes Jahr in Lampen, um Licht zu erzeugen. Wer sich eine Vorstellung davon machen möchte, wie viel das ist, muss mitten in Nordrhein-Westfalen in das kleine Örtchen Krebsöge reisen. Dort kann man die Staumauer der Wuppertalsperre entlangspazieren und den Blick über das Wasser schweifen lassen.

Die Wupper krümmt und windet sich erst, um sich dann in einen See auszuweiten: Gegen die 320 Meter breite Wand des Betonbeckens pressen 25,6 Millionen Kubikmeter Wasser. Das ist nur ein wenig mehr als die Menge an Petroleum, die jährlich verwendet wird.

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Ein Franchise-System für entlegene Dörfer

Welch gigantische Ressourcenverschwendung das doch sei, dachte sich die britische Hilfsorganisation Solar Aid (hier die deutsche Homepage) und machte sich daran, Petroleum im großen Stil zu ersetzen. Stolz sind sie darauf, was sie bereits erreicht haben und zeigen auf ihrer Homepage die exakte Zahl der eingesetzten Solarlampen – mehr als eine Million sind es bereits. Dass sie diese nicht umsonst hergeben, ist Kerngedanke des Projekts.

Solar Aid, die sich und das Lampenprojekt über Spenden finanzieren, wollen die Wirtschaft vor Ort ankurbeln und haben deshalb eine Art Franchise-System aufgebaut und beispielsweise Lehrer angeheuert, die die Lampen in den Dörfern verkaufen. Nur mit nachhaltigen und marktwirtschaftlichen Strukturen, würden sie ihrem Ziel näher kommen, bis 2020 Petroleum-Lampen vom afrikanischen Kontinent zu verbannen, erklärt Sarah Butler-Sloss, Leiterin der Ashden-Stiftung, die Solar Aid mitfinanziert.

„Eine der größten Herausforderungen, erneuerbare Energie zu armen Menschen zu bringen, ist die letzte Meile. Das sind die abgelegenen ländlichen Gegenden, in denen Stromnetze und kommerzielle Infrastruktur praktisch gar nicht existieren“, sagt sie.

Dreifaches Entwicklungspotenzial

Noch ist die Elektrifizierung der Welt alarmierend gering: 1,3 Milliarden Menschen, fast jeder fünfte Bewohner auf dem Planeten, muss abends entweder ganz ohne Licht auskommen oder nutzt eine Petroleumbeleuchtung.

Aber die Lampen aus dem Industriezeitalter sind ökonomischer Unsinn. Allein in Afrika stecken die oft armen Haushalte jährlich insgesamt zwischen 12 und 17 Milliarden Dollar in den Kauf des Brennstoffs.

Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen birgt umgekehrt ein enormes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung: Familien haben mit einer Solarlampe mehr Geld übrig, das sie investieren können, weil - abgesehen von den Anschaffungskosten für die Lampe - die laufenden Ausgaben für den Brennstoff wegfallen.

Wirtschaftsfaktor Licht

Das zeigt unter anderem Solar Aid in Tansania, wo sie Solarlampen für umgerechnet etwa sechs Euro verkaufen (die Differenz zum Einkaufspreis deckt Solar Aid mit Spenden). Viel Geld für die Menschen dort. Aber innerhalb von ein bis zwei Monaten würde sich der Kauf amortisieren, erklärt die NGO. Denn pro Haushalt würden im Schnitt zwanzig Prozent des Einkommens für den Kauf von Petroleum verwendet.

Am Äquator wird es jeden Tag um sechs Uhr schlagartig dunkel. Bis zum Sonnenuntergang laden die  Solar-Lichter deshalb auf, um dann angeschaltet zu werden und die produktiven Stunden eines Tages in den Abend hinein zu verlängern.

Kinder können sich an die Hausaufgaben setzen, während die Eltern den Haushalt machen oder Arbeit erledigen, die ihnen zusätzliches Einkommen bringt. Außerdem wäre ein gesundheitliches Risiko gebannt: Die Menschen müssten keine Schadstoffe mehr einatmen, die sich vom Petroleumrauch in den geschlossenen Räumen ansammeln.

Zwischen vier und 30 Stunden Licht spenden folgende Leuchten-Modelle, die Solar Aid vertreibt: [nggallery id=40]

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