Presseschau: Weichmacher Bisphenol A vor dem Aus

Presseschau: Weichmacher Bisphenol A vor dem Aus

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Kassenbons sind oft mit dem umstrittenen Stoff Bisphenol A beschichtet. Die Suche nach Alternativen hat längst begonnen.

Bisphenol A wird eine hormonelle Wirkung nachgesagt. Während Forscher nach Alternativen suchen, plant die EU ein Verbot.

Die EU will den Weichmacher Bisphenol A aus Thermopapier weitestgehend verbannen. Beschlossen hat das diesen Monat ein Regelungsausschluss aus Kommission und Mitgliedsstaaten.

Kassenzettel, Tickets oder Etiketten enthalten oft den auch BPA genannten Stoff. In Babyflaschen ist dieser schon seit 2011 verboten, bis 2019 soll nun das weitergehende Verbot greifen. BPA wird eine hormonelle Wirkung nachgesagt, die etwa zu Fruchtbarkeitsproblemen führen kann - allerdings ist nicht klar, ab welcher Dosis es für Menschen gefährlich wird.

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Die Regelung sieht vor, dass Thermopapiere künftig maximal 0,02 Gewichtsprozent BPA enthalten dürfen, schreibt das Portal bio-markt.info. Bisher werde die Chemikalie als Farbentwickler in Größenordnungen von einem Prozent eingesetzt. Nicht geregelt wird der Einsatz des oft als Ersatz verwendeten Bisphenol S (BPS), das ebenfalls hormonell wirksam ist und als ähnlich gefährlich gelte.

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit gibt zwar Entwarnung, weil im Alltag keine Gefahr durch den Stoff ausgehe, wie die taz schreibt. Dennoch ist BPA umstritten, viele halten die Wirkung nicht für gut genug erforscht - Umweltverbände wie der BUND würden deshalb ein Verbot in allen Bereichen begrüßen, in denen es Alternativen gebe.

Forschung nach Alternativen

Nur: Wenn künftig als Ersatz etwa Bisphenol S eingesetzt werde, tauscht man den einen Stoff gegen einen kaum untersuchten, aber ähnlichen aus. Deshalb seien umweltfreundliche Alternativen nötig. Das bayerische Unternehmen Ökobon entwickle gerade ein solches Thermopapier - doch dieses sei teurer. Dafür ist es für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen und soll mindestens 25 Jahre haltbar sein.

Zwar haben Kassenbons keinen langfristigen Kontakt mit Lebensmitteln - aber Bisphenol A wird beispielsweise auch bei der Beschichtung von Lebensmitteldosen eingesetzt. Und auch hier sind Alternativen notwendig.

An solchen forscht derzeit das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart. Dabei gibt es zahlreiche Herausforderungen - über die das Portal chemie.de ausführlich informiert. Denn wichtig sind hier vor allem Messmethoden, die in kurzer Zeit Auskunft geben über das langfristige Verhalten einer Beschichtung. Hier gebe es bereits Fortschritte - und damit die Hoffnung, dass auch Dosen bis 2019 ohne den Weichmacher auskommen könnten.

Eine hörenswerte Zusammenfassung, allerdings auf dem Informationsstand vom vergangenen Monat, gibt es beim Deutschlandfunk.

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