Recycling-Quote: Leitungswasser schlägt Flaschen

Recycling-Quote: Leitungswasser schlägt Flaschen

von Susanne Ehlerding

PET-Flaschen sind leicht, sparen daher mehr CO2 beim Transport ein - doch es geht noch viel umweltfreundlicher.

In Supermarkt stapeln sie sich in dicken Gebinden. Immer im Sechserpack, anderthalb Liter, fast bis unter die Decke. Schwer schleppen sie die Kunden nach Hause. PET-Flaschen mit Mineralwasser scheinen fast unverzichtbar. Schließlich muss man ja trinken. Da soll es dann ruhig das gute Mineralwasser sein. Wirklich?

Für die Flaschen werden jährlich rund eine halbe Million Tonnen Kunststoff verbraucht. Und für jedes Kilo PET werden 1,9 Kilo Erdöl eingesetzt.

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Nur die dickwandigen PET-Flaschen sind Mehrwegflaschen. Sie lassen sich etwa 25 Mal wiederverwenden. Die dünnen werden, obwohl sie Pfandflaschen sind, nur einmal verwendet und dann zu sogenannten Flakes geschreddert. Nur ein Teil davon kann wieder für neue Flaschen verwendet werden, denn sonst würden sie nicht "glasklar".

Ein anderer Teil wird gemahlen und zu Textilfasern verarbeitet. Deren Abrieb steht in Verdacht, zur Verteilung von Mikropartikeln in den Weltmeeren beizutragen. Von den Nicht-Pfandflaschen aus PET, die im gelben Sack landen, wird nur die Hälfte recycelt. Der Rest wird thermisch verwertet - also verbrannt.

Alles nicht so schön. Aber man muss ja trinken. Kann man auch! Aber viel umweltfreundlicher. Was in Deutschland aus dem Wasserhahn kommt, ist von der Qualität nämlich oft besser als jedes Mineralwasser.

Grenzwerte beim LeitungswasserEine Untersuchung der Stiftung Warentest hat gerade wieder ergeben, dass Mineralwässer problematische Stoffe wie Pestizide, Korrosionsschutzmittel und Süßstoffe enthalten können. Andere enthielten weniger Mineralstoffe als Leitungswasser.

Zwar können auch im Wasser aus dem Wasserwerk ungesunde Rückstände sein. Wenn, dann sind es meist Spuren von Arzneimitteln. Insgesamt ist die Trinkwasserverordnung aber so streng, dass man keine Gesundheitsschäden durch das Trinken von Leitungswasser befürchten muss.

Auch die Grenzwerte für Blei sind seit 2013 so niedrig, dass sie nur mit neuen Leitungen eingehalten werden können. Wer sich nicht sicher ist: Eine einfache Bleianalyse kostet rund 20 Euro.

Wer auf das Prickeln beim Trinken nicht verzichten möchte, schafft sich einen Sprudelbereiter an. Wenn die Stahlzylinder mit der Kohlensäure leer sind, tauscht man sie gegen neue. Was bei PET noch nicht wirklich geht, ist hier schon gelungen: 100 Prozent Recycling.

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Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe “Müllfrei im Haushalt: Wie wir unsere Abfälle drastisch reduzieren können”, mit der wir in diesem Sommer konkrete Tipps zur Müllvermeidung vorstellen.

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