"Reisgurt": Die vegane Joghurt-Alternative kommt

"Reisgurt": Die vegane Joghurt-Alternative kommt

von Peter Vollmer

Zwei Hamburger haben eine vegane und laktosefreie Alternative zu Joghurt entwickelt. Erste Händler zeigen Interesse.

Einen leckeren Joghurt zum Frühstück essen – das ist für knapp eine Million Veganer und rund 12 Millionen laktose-intolerante Menschen in Deutschland nur mit Bauchschmerzen möglich. Alternative Angebote sind meist aus Soja, schmecken anders als das Original und sind für manche Allergiker ungeeignet.

Und vermutlich gäbe es noch heute keine Alternative, hätte Patrick Gleich in Frankreich nicht einen Joghurt auf Reis-Basis probieren können. Christophe Favrot heißt der Mann, der diesen selbst hergestellten „Reisgurt“ unter dem Namen Nomad-Yo auf den Wochenmärkten seiner Heimat verkauft.

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Freundliche Übernahme"Als ich den probiert habe, dachte ich mir: Das muss es auch in Deutschland geben!", erzählt Gleich. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Rocky Wüst, den er bei einem Gründertreffen kennen gelernt hat, gründete er die Brüder Gleich und will den Joghurt aus Reis nun nach Deutschland bringen.

„Wir haben natürlich großes Glück, dass der Reis-Joghurt in Frankreich schon existiert. So kommen wir nicht direkt aus der Versuchsküche“, sagt Gleich.

Angst, dass Favrot ein Copyright auf seine Idee geltend machen könnte, haben die beiden nicht - den Franzosen haben sie nämlich direkt mit in ihr Team geholt. Probleme gab es allerdings an anderer Stelle, erklärt Wüst.

Denn auch wenn der Test-Reisgurt in ihrer Küche gut gelang: „Der Wechsel weg von der händischen zur maschinellen Produktion war eine Herausforderung.“ Nicht nur wegen der Mengen, die sie nun herstellen wollen, sondern auch, weil sie eine gewisse Produktstabilität gewährleisten wollen.

Der französische Nomad-Yo unterscheidet sich nach jeder Produktion ein wenig in Farbe und Geschmack – wenn der Reisgurt die deutschen Supermarktregale erobern soll, muss die Qualität gleichbleibend sein.

Das ist mittlerweile so gut gelungen, dass bereits größere Händler ihr Interesse bekundet hätten, verrät Wüst.

Startkapital per CrowdfundingUm das notwendige technische Equipment zusammenzubekommen, sammeln die Brüder Gleich derzeit auf der Crowdfunding-Plattform Startnext Startkapital. Von ihrem Fundingziel sind sie nicht mehr weit entfernt. Viele User sind neugierig auf den Joghurt aus Reis; und Testessen mit dem Reisgurt sorgten bislang für ein, laut Wüst, „sehr, sehr gutes Feedback.“

Einige „erste Löffel“ finden sich auch bei Youtube. So schildert etwa der Hamburger Fotograf Simon Heydorn den Brüdern Gleich seine Eindrücke in diesem Video:

Übrigens kommt nicht nur die Idee, sondern auch der Reis für den Reisgurt aus Frankreich. Man wolle, auch wenn Europa kein idealer Reis-Standort sei, Zugriff auf die Zutat haben, so die Gründer. Außer dem Bio-Reis enthält der Joghurt nur Wasser (und Joghurtkulturen). Zumindest in seiner jetzigen Form.

Für die Zukunft planen die Brüder Gleich nämlich, auch Frucht-Reisgurts auf den Markt zu bringen. Auch ein veganes Mousse au Chocolat und Frozen Reisgurt habe in der eigenen Küche schon gut geschmeckt, erzählen die Gründer – doch damit diese es in die Supermärkte schaffen, muss erst einmal der Reisgurt die Käufer überzeugen.

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