Singapur: 15 schwimmende Hochhausfarmen sollen künftig Nahrung liefern

Singapur: 15 schwimmende Hochhausfarmen sollen künftig Nahrung liefern

von Wolfgang Kempkens

Noch importiert der Stadtstaat Singapur 90 Prozent seiner Lebensmittel. Farmen vor der Küste sollen die Quote senken.

Geht es nach den Vorstellungen von Javier Ponce, dann prägen merkwürdig geformte Hochhäuser künftig die Skyline des Stadtstaates Singapur. Der in Barcelona beheimatete Architekt will sie bauen, um das Kleinstland mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Die Hochhäuser sind gewissermaßen übereinandergestapelte Treibhäuser, die einen Teil des Bedarfs der Bürger decken sollen.

Derzeit muss Singapur mehr als 90 Prozent der benötigten Lebensmittel importieren, weil es in dem dicht besiedelten Stadtstaat an Ackerland fehlt. Auf dem 716 Quadratkilometer großen Staatsgebiet drängen sich 5,4 Millionen Bürger. Damit die Hochtreibhäuser keinen Platz wegnehmen, sollen sie im Meer schwimmen – große Teile von Singapur sind von Wasser umschlossen. Heute gibt es dort nur wenige Treibhäuser, in denen Lebensmittel produziert werden, vor allem Salat und Sprossen. Eine erste vertikale Stadtfarm tut auch schon Zentrum der Stadt ihren Dienst.

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Der Anbau aller Nahrungspflanzen soll nach einem Prognosemodell gesteuert werden. Es ermittelt den wahrscheinlichen Bedarf an bestimmten Produkten zu einer bestimmten Zeit, die rechtzeitig angebaut und geerntet werden. Damit soll sichergestellt werden, dass möglichst keine Nahrungsmittel verderben oder vernichtet werden müssen. Bisher landen bis zu einem Drittel der Nahrungsmittel nie auf den Tellern von Kunden, sondern im Müll.

Was solche Vertikaltreibhäuser kosten und wie hoch die Produktionskosten für Lebensmittel sind ist noch völlig offen. Auch streiten die Experten darüber, ob es nicht doch umweltfreundlicher ist, Nahrungsmittel auf dem Land anzubauen und in die Stadt zu transportieren.

Auch für China hat Ponce eine Lösung. Dort ist zwar Land im Überfluss vorhanden. Riesige Flächen können jedoch nicht landwirtschaftlich genutzt werden, weil die kargen Böden keinen Ertrag bringen. Er will jeweils in Stadtnähe Plattformen installieren, auf denen Lebensmittel wachsen. Sie rotieren, damit jede Pflanze möglichst viel Sonnenlicht abbekommt. So sollen lange Transportwege, die Treibstoff kosten, vermieden werden.

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