Smartes Banking: Kreditkarte macht CO2-Fußabdruck sichtbar

Smartes Banking: Kreditkarte macht CO2-Fußabdruck sichtbar

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Die Ostssee-Karte selbst wird aus erneuerbaren Materialien hergestellt. (Foto: Alandbank)

von Dirk Kunde

Die finnische Ålandsbank liefert ihren Kunden mit dem Kontoauszug auch eine Übersicht des individuellen CO 2 -Fußabdrucks.

Zwischen Schweden und Finnland, mitten in der Ostsee, liegen die Åland-Inseln. Das Meer ist hier allgegenwärtig, und damit auch die vom Mensch verursachten Umweltsünden.

"Wenn man auf den Åland-Inseln ansässig ist, hat man die Ostsee immer vor Augen. Wir sehen täglich die Schäden, die durch die Verschmutzung der Meere entstanden sind", sagt Peter Wiklöf, CEO der Ålandsbank. "Unseren Kunden wollen wir die Möglichkeit geben, mit ihren alltäglichen Entscheidungen der Umwelt zu helfen“, erklärt er.

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Über eine Smartphone-App oder das Online-Bankkonto erhält der Kunde einen monatlichen Umweltreport. Darin wird der Effekt seines Konsums auf die Umwelt dargelegt. Gleichzeitig werden ihm Möglichkeiten aufgezeigt, wie der verursachte CO2-Ausstoß durch Umweltprojekte wie beispielsweise Aufforstungen kompensiert werden kann.

Entsprechende Adressen für Kompensationszahlungen werden dem Kunden gleich mit angeboten. Als Quelle der Konsumdaten dient die Baltic Sea Card, die Osteee Karte. Die Kreditkarte wird in Zusammenarbeit mit MasterCard ausgegeben. Aus den monatlichen Transaktionen, die mit der Kreditkarte bezahlt werden, errechnet die Bank den Åland-Index.

Aus Finanzmarktdaten lässt sich der Co2-Fußabdruck von Produkten ableiten

Er basiert auf dem standardisierten Merchant Category Code von MasterCard. Über diesen Code lässt sich mithilfe von Querverweisen zu Finanzmarktdaten der CO2-Fußabdruck des jeweiligen Produktes oder der Dienstleistung ableiten. Diese Zuordnung wird in regelmäßigen Abständen von der Unternehmensberatung KPMG überprüft.

CEO Peter Wiklöf hofft auf viele Nachahmer im Finanzsektor. (Foto: Alandbank)

CEO Peter Wiklöf hofft auf viele Nachahmer im Finanzsektor. (Foto: Alandbank)

„Daten werden oft als kompliziert und leblos angesehen, wobei hier das Gegenteil der Fall ist", sagt Daniel Dellham Head of Sustainability Consulting bei KPMG.

Mit Informationen, die bessere Entscheidungen ermöglichen, habe die Bank das Fundament für eine Bewegung geschaffen, die gleichzeitig einfach und mitreißend sei. "Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Finanzmarktakteur zur Förderung und besserem Verständnis nachhaltigen Denkens beitragen kann“, sagt Dellham. Neben der Unternehmensberatung und MasterCard ist auch der Umweltverband WWF Finnland an der Konzeption der Ostseekarte beteiligt.  

Sukzessiver Austausch der Kreditkarten

Die autonome Region Åland besteht aus einer Inselgruppe, im Westen ist sie 40 Kilometer vom schwedischen Festland entfernt, im Osten liegen zwischen ihr und Finnland nur 15 Kilometer. In beiden Ländern betreibt die Ålandsbank mit 700 Mitarbeitern ihr Geschäft. Das Geldhaus wurde 1919 gegründet und ist seit 1942 börsennotiert.

Die Ålandsbank tauscht jetzt sukzessive existierende Kreditkarten in Finnland und Åland durch die Ostsee-Karte aus. Im Laufe des Jahres werden die Karten automatisch mit dem Åland-Index verbunden. Später wird die Karte auch an Kunden in Schweden ausgegeben. Bankenchef Wiklöf hofft auf möglichst viele Nachahmer im Finanzsektor, so dass die schätzungsweise 90 Millionen Menschen im Ostseeraum für ihren CO2-Fußabdruck sensibilisiert werden.

Auch bei der Produktion der Kreditkarte haben die Organisatoren an die Umwelt gedacht. Hersteller Gemalto produziert die Ostseekarte nicht aus Kunststoff, sondern aus erneuerbaren Materialien auf Maisbasis. Die Baltic Sea Card kann nach Ablauf ihrer Gültigkeit recycelt werden bzw. ist vollständig biologisch abbaubar.  

What if every credit card could calculate your environmental impact? from Baltic Sea Project on Vimeo.

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