Smartphones: Drei Innovation, die (fast) überall für volle Akkus sorgen

Smartphones: Drei Innovation, die (fast) überall für volle Akkus sorgen

von Felix Ehrenfried

Superbatterie, Körperwärme und ein Blasebalg: So verlieren leere Handyakkus ihren Schrecken.

Das Smartphone ist der persönliche Assistent des modernen Menschen. Es ersetzt den Terminkalender, das Navigationsgerät, den MP3-Player und vieles mehr. Was früher fünf einzelne Geräte bewältig haben wird heute alles von dem kleinen Taschencomputer erledigt.

Dennoch bringen die leistungsfähigen Handys auch einen gewaltigen Nachteil mit sich: Die Akkulaufzeit. Während ältere Modelle noch gut und gerne eine Woche ohne frischen Saft aus der Steckdose auskamen, ist bei einem leistungsfähigen Smartphone spätestens nach einem Tag intensiver Nutzung Schluss - wer viel surft, hat oft noch viel weniger Zeit zur Verfügung.

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Zwar arbeiten die Handyhersteller an immer stärkeren Akkus - aber immer neue Funktionen fressen die Fortschritte hier wieder auf. Eine mögliche Lösung: Das Handy mit Wasser, Feuer oder per Sonnenlicht zu laden. Doch das sind nicht die einzigen Möglichkeiten, wie der Handyakku an frischen Saft kommt. Das sind die drei neuesten Ideen:

Power Pocket: Handyladen mit KörperwärmeDen eigenen Körper zum Abwärmekraftwerk machen - das ist das Konzept der Power Pocket. Denn mit dem System, dass von der britischen Telefongesellschaft Vodafone entwickelt wurde, soll es bald möglich sein, den Handyakku einfach über die eigene Körperwärme mit frischem Strom zu versorgen.

Einsetzen lassen soll sich das Ganze in verschiedenen Situationen: So könnte eine Nacht im Schlafsack dafür sorgen (siehe Aufmacherbild), dass im Akku wieder genug Strom für 24 Minuten Telefonieren ist. Wer einen ganzen Tag lang tanzt, zum Beispiel auf einen Festival, könnte am Ende des Tages genug Wärme für vier Stunden Gesprächszeit mit dem Smartphone erzeugt haben.

Das System, das von Vodafone gemeinsam mit der University of Southampton entwickelt wurde, ist damit einer der ersten Versuche, "multifunktionelle" Kleidung zur Beladung von Elektronikgeräten zu nutzen. Dazu verwenden Vodafone und die englische Universität dünne, thermoelektrische Folien. Diese wandeln Wärmeenergie in Strom um. Das funktioniert wie folgt: Die eine Seite der Folie erwärmt sich durch die Körpertemperatur, die andere, äußere Seite, bleibt kalt. Dieser Temperaturunterschied erzeugt Spannung und einen Stromfluss - das ergibt elektrische Energie.

Vodafone zufolge soll das Konzept des Power Pocket zunächst in Schlafsäcken und an Jeans erprobt werden. Und das in einem Einsatzgebiet, das ebenso rau wie steckdosenfrei ist: Auf den Geländen diverser Musikfestivals in England. Den ersten Einsatz hatte das System schon am vergangenen Wochenende auf dem Isle of Wright Festival, weitere Feldtests folgen.

Das Material, das aus Wärme Strom erzeugt, soll dabei in Zukunft nicht nur an Jeans und Schlafsäcken genutzt werden können, prinzipiell könne man es an vielen Kleidungsstücken anbringen, heißt es von Vodafone. Bis es soweit ist, müssen allerdings noch einige Hürden genommen werden. So werden Schlafsäcke normalerweise in kleine Beutel gepresst um transportiert zu werden. Damit die Folien solch ein Zusammendrücken überleben "müssen hier noch einige Verbesserungen gemacht werden", heißt es beim Telefonkonzern.

 Superkondensator: Frischer Saft in 20 SekundenWer heute sein Handy lädt, muss Zeit mitbringen. Die kleinen Taschencomputer brauchen selten unter einer Stunde um zu laden.  Dieses Problem könnte dank der Erfindung einer 18-jährigen Schülerin bald Geschichte sein.

Mit ihrem "Superkondensator" hat Eesha Khare von der kalifornischen Lynbrook High School bei den Intel Foundation Young Scientist Awards 50 000 US Dollar (rund 37 500 Euro) Preisgeld gewonnen. Der Akku der Schülerin besitzt Eigenschaften, die heutige Superzellen alt aussehen lassen. So lädt sich der Superkondensator in maximal 30 Sekunden voll auf und überlebt mehr als 100 000 Ladezyklen. Zum Vergleich: Die Akkus von iPhone und Co. überstehen derzeit lediglich rund 1000 Ladezyklen.

Trotz dieser beeindruckenden Eigenschaften ist die Superbatterie von Khare nicht größer als handelsübliche Batteriezellen. Damit könnte der Akku in Zukunft universell eingesetzt werden und auch für eine Revolution in der E-Autobranche sorgen. Denn mit derart flotten Ladezeiten dürften Reichweitesorgen bei Stromern schnell der Vergangenheit angehören.

Die 18-Jährige wurde mit ihrem Supernkondensator aus 1 600 Nachwuchsforschern ausgewählt. Und was macht die Hobbychemikerin Khare mit so viel Geld? Das soll in die Ausbildung gesteckt werden. Und natürlich in die weitere Forschung an ihrem Superkondensator.

 Orange Power Pump: Der Blasebalg wird zum KraftwerkEine Erfindung, die so einfach, wie genial ist: Ein Blasebalg als Windkraftwerk. Genau das ist die Orange Power Pump, die kleine Technikgeräte mit Strom versorgen soll.

Das Konzept, das vom Telefonunternehmen Orange zusammen mit dem Cleantechspezialisten Gotwind entwickelt wurde, funktioniert  wie eine Wasserturbine. Der Blasebalg oder die Pumpe wird einfach an das kleine Gehäuse der Power Pumpe angeschlossen. Tritt man auf den Balg lässt der Luftstoß den Propeller im Inneren der Power Pump rotieren. Diese Rotation wird über einen Generator in elektrischen Strom umgewandelt, der dann per USB-Anschluss abgegeben wird.

Dabei soll das System überaus effizient sein. Schon eine Minute pumpen bringt vier Minuten Energie für das Handy, heißt es bei den Herstellern.

Erprobt wird auch dieses System ebenso wie die Thermokleidung aktuell auf diversen Festivals in England. Wann es auf den Markt kommt und wie teuer es sein wird, steht bisher noch nicht fest.

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