Social-Business: Mit Graffiti gegen Langeweile im Unterricht

Social-Business: Mit Graffiti gegen Langeweile im Unterricht

von Felix Ehrenfried

In München werden Deutschlands spannendste Sozialunternehmen im Bereich Bildung und Integration ausgezeichnet. Wir stellen ihre Ideen vor.

Bereits zum zweiten Mal wird am 11. Juni der "Act for Impact"-Förderpreis verliehen. Der Preis ist für Sozialunternehmer ausgeschrieben, die sich in den Bereichen Bildung und Integration engagieren und dort für mehr Chancengleichheit sorgen.

Der Preis, der von der Vodafone-Stiftung und der Social Entrepreneurship Akademie ausgeschrieben wird, ist mit insgesamt 45 000 Euro Preisgeld die höchst dotierte Ausschreibung in diesem Bereich. Das erstplatzierte Unternehmen erhält 40 000 Euro, für den zweiten Platz stehen 5000 Euro zur Verfügung.

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Der Preis wird in München verliehen. Hier präsentieren wir die fünf Finalisten und ihre Ideen:

CLIMB: Hilfe für SchülerDer Unternehmensname CLIMB ist eine Abkürzung und steht für "Clever Lernen, Immer Motiviert Bleiben". Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg will Grundschüler aus sozial schwachen und sozial benachteiligten Familien zum Lernen motivieren und ihnen gleichzeitig ein Freizeitprogramm ermöglichen. Wie das geht? In den Sommerferien treffen sich die Schüler für zwei Wochen. Während dieser Zeit lernen sie ihren Schulstoff unter professioneller Anleitung, machen aber auch gemeinsame Ausflüge und Projekte.

Das soll die Schüler zum Lernen motivieren, ihnen aber auch ihren Wohnort Hamburg näher bringen und zeigen, was man dort alles machen kann. "Kindern aus sozial schwachen Familien soziale Teilhabe ermöglichen", nennen das die Initatoren des Preises etwas umständlich. Das Unternehmen startete 2012 mit rund 40 Grundschülern, jetzt hoffen die Initiatoren auf einen zweiten Lernsommer mit einem finanziellen Polster durch den Förderpreis im Rücken.

Futurepreneur: Was macht eigentlich ein UnternehmerEntrepreneur, ein Begriff der für viele junge Akademiker die Verwirklichung der beruflichen Träume bedeutet. Doch gerade für sozial benachteiligte Jugendliche, steht oftmals hinter dem Begriff Unternehmer ein großes Fragezeichen. Was es bedeutet, Unternehmer und selbstständig zu sein, das wissen viele nicht.

Genau aus diesem Grund hat sich der Verein Futurepreneur gegründet. Er ermöglicht sozial schwächeren Jugendlichen einmal in die Rolle eines Unternehmers zu schlüpfen. Dazu bietet der Verein vier Programme an. In "Business for a Day" lernen Jugendliche in zwei Tagen Grundlegendes zum Unternehmertum kennen, unter anderem welche Chancen und Schwierigkeiten diese Position bietet. Außerdem wird getestet, ob die eigene Idee das Zeug zum erfolgreichen Geschäftsmodell hätte.

Ähnlich funktioniert das Programm "Business for a Week" zum Thema Sommerunternehmer und Zukunftsunternehmer. Die Varianten unterscheiden sich in Dauer und Fokus, sollen jedoch alle den Unternehmergeist wecken.

Eduventis: Lernen von den VorbildernMit Eduventis soll Schule zum Ereignis werden. Statt langweiligem Frontalunterricht wird hier aus dem Musikunterricht eine Radioshow, das Klassenzimmer wird mit Graffiti aufgemotzt oder das Thema Gesundheit wird als Rap verpackt. Das Leipziger Unternehmen will Schule und Lernen zu einem Erlebnis machen und setzt dabei auf ein spezielles Konzept: "Das Prinzip von Vorbild und Nachahmung bietet uns allen die Chance, heute die Erwachsenen von morgen zu bestärken."

Dabei geht es darum, durch Vorbilder dem Nachwuchs Wissen und Fähigkeiten für den späteren Alltag zu vermitteln. Dass das Spaß machen kann, verrät ein Blick auf das Programm von Eduventis. In Projekten wird eine eigene Schulhymne gedichtet, ein Webradio gestartet oder das Fahrrad aufgetuned und verkehrssicher gemacht.

Dabei hat Eduventis nicht nur die Schüler im Visier, auch Lehrer können in speziellen Workshops lernen, wie aus Unterricht eine spannende Veranstaltung wird.

Känguru: Sprachkurse für die ganz KleinenDas Konzept von Känguru aus Bonn ist schnell erklärt: Sprachunterricht für Kinder zwischen 18 und 36 Monaten unter Einbeziehung der Familie. Das soll die Intergration von Migranten fördern und die Kinder schnell an die Sprache des Landes gewöhnen, in dem sie aufwachsen.

 Schülerpaten Deutschland: Mit Unterstützung durch den AlltagDas Idee des Berliner Vereins Schülerpaten ist es, deutsche und nichtdeutsche Jugendliche zusammenzubringen um so die Integration in die Gesellschaft zu beschleunigen, mit Vorteilen für beide Seiten. So stellt der Verein Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen Paten, meist ebenfalls einen Schüler oder jungen Ehrenamtlichen zur Seite.

Der Pate soll dann seinem Schützling in der Schule helfen und ihn dabei helfen, sich in dem neuen Land einzufinden. Seit ihrem Start 2009 konnte die Initiative, die derzeit nur in Berlin aktiv ist, schon mehr als 280 Patenschaftspaare zusammenbringen. Die Vorteile für beide Seiten sind klar: Der Schüler erhält Unterstützung und Einblicke in eine neue Kultur, der Pate kann seine Fähigkeiten sinnvoll einsetzen, lernt die Kultur seinen Schützlings kennen und hilft damit bei der Integration.

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