Solar-Robinson: Franzose leitet Firma mit Sonnenkraft von einsamer Insel

Solar-Robinson: Franzose leitet Firma mit Sonnenkraft von einsamer Insel

von Matthias Streit

Von einer einsamen Insel, fernab der Zivilisation, leitet ein französischer Verleger sein Medienunternehmen in Paris.

Eine einsame Insel im Pazifik. Kein Strom, keine Essensvorräte, kein frisches Wasser. Weit und breit keine Menschenseele. Eine Extremsituation, die dem von Tom Hanks gespielten Protagonisten in der Robinsonade „Cast Away – Verschollen“ an den Rande des Wahnsinns brachte. Der Franzose Gauthier Toulemonde hat sich nun freiwillig für diese Isolation entschieden. Am 11. Oktober ließ er sich auf einer unbewohnten indonesischen Insel aussetzen.

Dort will der Pariser Verleger von Timbropresse vierzig Tage lang fern jeder Zivilisation leben und arbeiten. Sein Ziel: Der Welt beweisen, dass er sein modernes Geschäftsleben nicht zuletzt dank erneuerbarer Sonnenenergie von jedem Ort der Welt ganz normal leiten kann. Im Gegensatz zum Hollywood-Streifen hält der Franzose dafür eine technische Grundausstattung parat: zwei Computer, ein Satellitentelefon und zwei Solarpanele. Letztere sollen genügend Energie liefern, um seine Geräte täglich acht Stunden lang mit Strom zu versorgen.

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Dabei würde sich Toulemonde freuen, wenn sein Heimatland Frankreich etwas aus seinem Handeln lernt. Laut BP Statistical Review of World Energy setzen die Franzosen mit aktuell knapp 40 Prozent am gesamten Energiemix wie kein anderes europäisches Land auf Atomkraft. 2012 bezogen sie gerade einmal zwei Prozent ihrer Energie aus grünen Ressourcen.

Außer seinen beruflichen Verpflichtungen muss sich Toulemonde auf der einsamen Insel in erster Linie um sein eigenes Überleben kümmern. Bis auf etwas Reis, hat er nichts Essbares auf das Eiland mitgebracht. Nun fischt er täglich und sammelt seine Nahrung ansonsten im Wald. Um nicht zu verdursten, fängt er Regenwasser in Tanks auf. Sollte das nicht reichen, hilft ihm ein Meerwasser-Entsalzer aus.

Kein Wunder, dass sich Toulemonde als Entdecker und Aufklärer à la Robinson Crusoe versteht – nur eben in seiner modernen Form, als „Web Robinson“. „Ich weiß, dass es nicht immer einfach sein wird, mitunter könnte es sogar gefährlich werden“, sagte Toulemonde bereits vor seiner Abreise. Schließlich gibt es auf der Insel unter anderem Giftschlangen und Skorpione. Sein Zelt hat er deshalb lieber etwas erhöht errichtet.

Zwar steht der Franzose noch am Anfang seiner eigenen Expedition, doch Eines hat er jetzt schon errungen: Mediale Aufmerksamkeit, die nicht zuletzt ihn und sein Medienunternehmen bekannter macht. Nicht nur große französische Medien wie der Parisien haben über den Verleger berichtet, auch die amerikanische Businessweek widmete Toulemonde einen Artikel.

Und doch ist das moderne, solar-gestützte Robinson Crusoe Abenteuer des Gauthier Toulemonde nicht perfekt. Ein Skype-Interview mit WiWo Green lehnte er ab. Die Begründung: Wegen trüben Wetters müsse er Strom sparen.

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