Solarlampe: Eine Fünf-Dollar-Leuchte soll 1,2 Milliarden Menschen helfen

Solarlampe: Eine Fünf-Dollar-Leuchte soll 1,2 Milliarden Menschen helfen

von Felix Ehrenfried

In vielen Ländern beleuchten Petroleumlampen Häuser und verpesten die Atemluft. Eine NGO will das jetzt ändern.

Die Zahlen sind erschreckend: 780 Millionen Frauen und Kinder atmen täglich giftige Dämpfe ein, die durch Petroleumlampen zur Beleuchtung ihrer Häuser verursacht werden. Das entspricht in etwa der Belastung der Atemluft, die durch das Rauchen von zwei Packungen Zigaretten täglich entsteht. Häufige Folge: Lungenkrebs.

So sind rund 60 Prozent der Frauen in Entwicklungsländern, bei denen die Krankheit diagnostiziert wird, Nichtraucher. An den giftigen Dämpfen, die Petroleum- und andere Brennlampen bei Benutzung ausstoßen, sterben jährlich rund 1,5 Millionen Menschen.

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Diese Zahlen stammen von der Nichtregierungsorganisation SunLife, die sich dabei auf die Weltbank beruft. SunLife will dieses Problem in Entwicklungsländern jetzt mit kleinen Solarlampen lösen. Diese verursachen keinerlei giftige Dämpfe, außerdem brauchen sie kein Brennmittel wie Petroleum. Denn die bisher gebräuchlichen Lampen sind nicht nur gesundheitsgefährdend, auch ist der benötigte Brennstoff häufig sehr teuer

Mit der MiniSun12H haben die Mitarbeiter von SunLife nach eigener Aussage eine Solarlampe entwickelt, die günstig herzustellen ist und ein Zimmer für eine ganze Nacht beleuchten kann. Die Idee: Tagsüber wird die Lampe für mindestens acht Stunden ins Helle gelegt und aufgeladen, nachts spendet sie wiederum Licht für bis zu 12 Stunden - daher der Name 12H.

Die Lampe, die gerade einmal fünf US-Dollar (rund 3,7 Euro) kosten soll, kann bis zu vier Stunden helles Arbeitslicht spenden, anschließend sind noch weitere acht Stunden gedimmtes "Nachtlicht" möglich. Indem sie Brennstoffkosten spart, soll sich die Solarlampe schon nach einem Monat bezahlt machen.

Crowdfunding für 1,2 Milliarden HaushalteAusgelegt ist die Lampe auf eine Nutzungsdauer von mindestens drei Jahren. Bei einer durchschnittlichen monatlichen Einsparung an Brennstoffkosten in Höhe von fünf US-Dollar ab dem zweiten Monat ergibt das eine Einsparung von rund 60 US-Dollar (rund 44 Euro) pro Jahr. Bei Jahreseinkommen, die nach Angaben der Weltbank in zentralafrikanischen Staaten wie dem Tschad selten über 1000 US-Dollar liegen, ist das druchaus bedeutend.

Jetzt sammelt SunLife mittels einer Crowdfundingkampagne auf der Online-Plattform Indiegogo Geld für die Herstellung und Verteilung der MiniSun12H. Das Ziel: 1,2 Milliarden Menschen mit der Solarlampe zu versorgen. Hierzu wollen die Entwickler zunächst 47 000 US-Dollar (rund 34 400 Euro) per Crowdfunding für eine erste Produktion einsammeln.

Dabei setzen die Gründer von SunLife auch auf das grüne Gewissen der Spender. Sie erklären, dass das Verbrennen von Petroleum stark zum Klimawandel beiträgt. Von mehr Solarlampen auf anderen Kontinenten profitieren wir also auch hierzulande.

Hier noch ein Video über die MiniSun12H:



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