Städte: Grenoble verbannt Werbung aus dem Zentrum

Städte: Grenoble verbannt Werbung aus dem Zentrum

von Benjamin Reuter

Schon lange machen Aktivisten gegen zuviel Werbung in Städten mobil. Das französische Grenoble reagiert nun.

Viele Städter klagen über Dinge wie Lichtverschmutzung, Lärm und Abgase. Überdimensionierte Werbetafeln gehörten bisher nicht zu den öffentlich diskutierten Ärgernissen in Metropolen. Dennoch verschandeln die meist bunten und nicht sonderlich originellen Tafeln unsere Städte nachhaltig. Die Guerilla-Bewegung der Adbusters kämpft seit Jahren gegen die Werbung in der Stadt – und scheint jetzt in Frankreich einen ersten Erfolg verbuchen zu können.

So hat der neu gewählte grüne Bürgermeister Eric Piolle der Stadt Grenoble laut der Nachrichtenagentur AFP angekündigt, alle Werbeflächen in der Stadt für kommerzielle Anbieter zu sperren. Der Kampf gegen die Werbung war eines seiner Wahlversprechen in der 160.000-Einwohner-Stadt.

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Bäume statt WerbungNun sollen in den nächsten vier Monaten insgesamt 326 Werbeflächen von Anzeigen befreit werden. Darunter 227 am Boden montierte Werbetafeln, 20 Litfasssäulen und 64 Posterflächen mit einer Größe von jeweils acht Quadratmetern. Auf den öffentlichen Verkehrsmitteln wird Werbung noch bis 2019 zu sehen sein, so lange läuft der Vertrag mit den Werbevermarktern.

Aber die Plätze sollen nicht ungenutzt bleiben. Dort wo es geht, werden mehr als 50 Bäume gepflanzt. Bisher musste an diesen Stellen freie Sicht herrschen. Die anderen Flächen stehen Bürgern zur Verfügung, um sie zu gestalten. Laut der Stadtverwaltung verzichtet Grenoble damit auf Einnahmen aus der Vermietung der Werbeflächen von 150.000 Euro pro Jahr. Laut AFP hat bisher nur Sao Paulo in Brasilien Werbung in der Stadt eingeschränkt.

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