Statt Dämmung: Vorhang aus Glas spart Energie bei historischen Häusern

Statt Dämmung: Vorhang aus Glas spart Energie bei historischen Häusern

von Nora Marie Zaremba

Historische Reihenhäuser werden effizienter: Indem Dach und Hauswand eine Glashaube spendiert bekommen.

Alte Häuser sind zwar schön, doch ihre Renovierung ist meist teuer. Die traurige Alternative: Sie werden einfach abgerissen. Dabei geht immer auch ein Stück Baugeschichte verloren.

Studenten der niederländischen Delft-Universität haben nun eine Methode entwickelt, mit der historische Reihenhäuser schnell energetisch saniert werden können: Über das Hausdach wird einfach eine „dämmende Haut“ gestülpt. Das Projekt heißt „Pret à Loger“.

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Eine Glasschicht mit Photovoltaik-PlattenDie Haut ist eigentlich eine Abdeckung aus Glas, die auf dem gesamten Dach angebracht wird. Auf der Sonnenseite des Daches ist sie mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Auf der sonnenabgewandten Seite dämmt sie und speichert Wärme.

Die Glashaube reagiert außerdem auf Temperaturveränderungen: Kleine Öffnungen lassen im Sommer Luft durch, im Winter verschließen sie sich.

Ein weiterer Vorteil: Die transparente Abdeckung wird immer über das Dach hinaus gebaut, so dass ein Wintergarten entsteht. Im Winter können hier Blumen, Obst und Gemüse angebaut werden, im Sommer lässt sich die Glasfassade komplett öffnen.

Typische Baukultur bewahrenNach Angaben der Delft-Universität leben rund 60 Prozent der Niederländer in  historischen Reihenhäusern, rijtjeswoning genannt. Ihre typischen Klinkerfassaden machen auch das Flair der Städte aus.

Die Idee für die dämmende Haut aus Glas kam den Studenten, weil viele ihrer eigenen Familien in solchen Häusern leben. Noch ist aber unklar, ob es günstiger ist, die Glasschicht anzubringen oder herkömmlich zu sanieren. Doch das Projekt steht auch noch ganz am Anfang. Außerdem werden auch die Denkmalschützer ein Wörtchen mitreden wollen. Außerdem ist fraglich, wie viel Energie wirklich über das Dach verloren geht und nicht über die Hauswände, die nicht vom Glas bedeckt sind.

Einen ersten Erfolg kann das Projekt aber schon jetzt verbuchen: Im Sommer nimmt es am internationalen Solar-Decathlon-Wettbewerb teil. Dieser wurde 2002 erstmals vom US-amerikanischen Energieministerium ausgerufen und prämiert studentische Architektur-Projekte rund um das energieeffiziente Bauen. In diesem Jahr treten 20 studentische Projekte im französischen Versailles gegeneinander an.

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