Studie: Klima ließe sich mit 36 Milliarden Dollar pro Jahr retten

Studie: Klima ließe sich mit 36 Milliarden Dollar pro Jahr retten

von Sebastian Matthes

Der Klimaschutz sei nicht finanzierbar, sagen Kritiker. Eine Studie des Weltwirtschaftsforums in Davos zeigt nun: Es könnte dennoch gehen.

Grüne Energie, CO2-ärmere Mobilität und Energiespartechniken: Ohne Investitionen in diese Felder ist das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht mehr zu erreichen. So manche Regierung scheint aber angesichts dieser gigantischen Herausforderung gar nicht erst anfangen zu wollen. Zu groß erscheinen die Probleme, zu gering der Glaube daran, die Entwicklung aufhalten zu können.

Das ist ein Fehler, zeigt nun eine neue Studie: Würden Regierungen weltweit den in Klimaschutz investierten Betrag von jährlich 96 Milliarden Dollar um weitere 36 Milliarden aufstocken, ließe sich die grüne Investitionslücke schließen - und das Zwei-Grad-Klimaziel wäre doch noch erreichbar. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine neue Studie (PDF hier) der “Green Growth Action Alliance” des Weltwirtschaftsforums in Davos (WEF).

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Keine Frage, auch 36 Milliarden Dollar sind viel Geld. Aber es ist immer noch weniger als die 50 Milliarden Dollar, die der US-Kongress für den Wiederaufbau nach dem Hurrikan Sandy freigegeben hat.

Wie kann das sein, wo doch die Gesamtkosten für den notwendigen grünen Umbau wesentlich größer sind? Experten schätzen, dass die Kosten, um den Klimawandel aufhalten zu können, wohl eher bei 700 Milliarden pro Jahr liegen.

Die Rechnung der WEF-Experten ist simpel: Sie gehen davon aus, dass die um nur ein Drittel erhöhten Klima-Investitionen von Regierungen die privaten Investitionen in den Sektor überproportional stimulieren könnten. Diese privaten Investitionen würden, so glauben die WEF-Experten, bei 570 Milliarden Dollar liegen. Macht insgesamt 702 Milliarden. Ginge die Rechnung auf, wäre die grüne Investitionslücke geschlossen.

Für diese Rechnung gibt es ein Vorbild. Der sechs Milliarden Dollar schwere Klima-Technologie-Fonds der Weltbank zieht pro investiertem Dollar acht Dollar private Ko-Finanzierung an. Das Geld fließt in der Regel in grüne Energie, nachhaltige Infrastruktur und nachhaltige Wachstumsprogramme - alles Felder, in die vermehrt investiert werden muss, um die Klimaziele noch zu erreichen.

Regierungen können laut WEF-Experten privates Kapital vor allem durch Garantien, Versicherungen, Incentives und sonstige politische Unterstützung anziehen. Gelingt dies, entstünden durch die Investitionen zugleich neue Jobs - auch in ärmeren Teilen der Welt. Das macht Hoffnung. Denn schon heute spielen Entwicklungs- und Schwellenländer eine immer wichtigere Rolle bei Greentech-Investitionen. Sie könnten damit tatsächlich einige ihrer größten Probleme lösen. So kann zum Beispiel Solarenergie dabei helfen, Licht in die dunkelsten Ecken der ärmsten Länder zu bringen.

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