Studie: Zerstörte Korallenriffe lassen sich leicht wiederbeleben

Studie: Zerstörte Korallenriffe lassen sich leicht wiederbeleben

von Birk Grüling

Dünger und Abwässer zerstören Korallenriffe vor den Küsten. Die Schäden lassen sich allerdings leicht kurieren, haben Forscher herausgefunden.

Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Ökosystemen unserer Erde, Biologen sprechen sogar von den „Regenwäldern der Meere“. Sie bieten Lebensraum für mehr als eine Million Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sind fast 70 Prozent aller Korallenriffe weltweit akut bedroht. Ein Grund dafür: Überdüngte Felder, Pestizide aus der Landwirtschaft und ungefilterte Abwässer belasten die küstennahen Ökosysteme.

Forschern der Oregon State University haben diesen negativen Einfluss nun in einer Studie erstmals nachgewiesen.  Dabei fiel ihnen eine überraschend einfache Lösung auf: Zwar schädigt eine zu hohe Nährstoffkonzentration die Korallen. Sie können sich jedoch bei abnehmender Belastung leicht wieder erholen.

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Für ihre Studie setzten die Biologen 1.200 Korallen im Labor einer erhöhten Nitrat- und Phosphatbelastung aus. „Wir waren zuerst geschockt über unsere Beobachtungen. Die Anfälligkeit der Korallen für Krankheiten und Stress verdoppelte sich schnell“, sagt Rebecca Vega-Thurber, Erstautorin der Studie.

Über die Hälfte der Nesseltiere zeigten Anzeichen von Krankheitsbefall und blichen aus, ein klares Zeichen für Stress. Durch Nitrat und Phosphat wachsen Krankheitserreger schneller, so die Theorie. In der Wissenschaft spricht man von dem weißen Tod, da abgestorbene Korallenriffe ihre leuchtenden Farben verlieren.

Schnelle RegenerationUmso mehr überraschte die Forscher das zweite Ergebnis ihrer Studie.

Schon zehn Monate ohne eine erhöhte Belastung führten bei einem Großteil der Korallen zu einer fast vollständigen Regeneration. „Das ist eine ziemlich gute Nachricht. Wenn es gelingt, die Nährstoffbelastung zu reduzieren, können sich die Korallen erholen“, sagt Vega-Thurber.

Die Frage ist nur, wie das gelingen soll. Eine gründliche Filterung von Abwasser, weniger Düngemittel und die Regulierung für die Abwasserentsorgung ins Meer könnten die giftigen Stoffe gründlich reduzieren. Allerdings tragen die Schadstoffe nicht die einzige Schuld am Korallensterben. Die Meere werden wärmer und versauern zunehmend. Auch Tourismus und Fischfang mit Dynamit und schweren Schleppnetzen belasten die Meere.

Das mögen wichtige Wirtschaftszweige für die betroffenen Länder sein - was dabei allerdings schnell vergessen wird: Sie sind auch abhängig von dem Zustand der Korallenriffe. Laut einer Studie der „World Conservation Union" haben sie für Volkswirtschaften einen Gesamtwert von 500 Milliarden Dollar, vor allem durch Fischfang und Tourismus.

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