Studie zu Nahrungsmitteln: Verschwendung befeuert den Klimawandel

Studie zu Nahrungsmitteln: Verschwendung befeuert den Klimawandel

Die Lebensmittelverschwendung treibt die CO2-Emissionen hoch. Und eine Studie zeigt, dass es noch schlimmer wird.

Wenn Lebensmittel unnötigerweise in der Tonne landen, ist das nicht nur Verschwendung. Es hat auch einen Einfluss auf das Klima. Etwa ein Zehntel des weltweiten Treibhausgasausstoßes der Landwirtschaft könnte im Jahr 2050 die Folge verschwendeter Nahrungsmittel sein. Oder anders ausgedrückt: Wir schmeißen zu viele Lebensmittel weg, für die Klimagase emittiert wurden.

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Die PIK-Wissenschaftler haben erstmals für Länder rund um den Erdball untersucht, mit welchen Nahrungsmittelverlusten zu rechnen ist - und welche Emissionen damit verbunden sind.

Anzeige

In ihrer Studie zeigen die Wissenschaftler: Bis Mitte des Jahrhunderts werden die mit Lebensmittelverlusten verbundenen Emissionen steigen. Sie könnten sich in diesem Zeitraum auf 2,5 Gigatonnen CO2-Äquivalente verfünffachen. Durch sich ändernde Ernährungsstile und ein weltweites Bevölkerungswachstum werden nämlich auch die CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten deutlich zulegen.

„Mit derzeit 20 Prozent der gesamten Emissionen haben sie eine große Bedeutung für das Klima“, sagt Jürgen Kropp, Ko-Autor der Studie. Unter ungünstigen Bedingungen könnten die gesamten Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft bis 2050 um das Drei- bis Vierfache steigen.

Bereits ein Drittel der Nahrung wird nicht gegessenDerzeit findet ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion nicht den Weg auf den Teller. Laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) werden 1,3 Milliarden Tonnen essbarer Lebensmittel pro Jahr weggeworfen. Lebensmittelverschwendung war bislang eher ein Thema reicherer Länder. „In Zukunft ist dies auch zunehmend in Schwellenländern wie China und Indien zu erwarten“, sagt Forscher Jürgen Kropp. Hierzu würden geänderte Lebens- und Ernährungsstile beitragen.

Um die Lebensmittelverschwendung zu berechnen, haben die Forscher die verfügbaren Nahrungsmittel sowie den Lebensmittelbedarf weltweit untersucht. In ihrer Studie haben die Forscher herausgefunden: In den vergangenen 50 Jahren standen den Menschen immer mehr Lebensmittel zur Verfügung. Der Nahrungsmittelbedarf pro Person blieb weltweit jedoch in etwa konstant.

Wie sich die Lebensmittelverschwendung verringern lässt, war nicht Teil der Studie. Jürgen Kropp regt aber beispielsweise an, das Haltbarkeitsdatum bei gewissen Lebensmitteln kritisch zu hinterfragen. Was Verbraucher selber tun können, damit nicht mehr so viele Lebensmittel unnötigerweise in der Tonne landen, zeigt zum Beispiel das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf einer Kampagnen-Website.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%