Top-Investoren fordern: Tut endlich etwas!

Top-Investoren fordern: Tut endlich etwas!

von Jan Willmroth

Vor der UN-Klimakonferenz in Doha werden die Forderungen aus der Wirtschaft lauter, die Politik solle sich im Kampf gegen den Klimawandel mehr anstrengen.

Das gibt es auch nicht alle Tage: Entscheidungsträger der Wirtschaft fordern härtere Maßnahmen gegen den Klimawandel. Jetzt ist es tatsächlich passiert und einigen Konzernen wie der französischen Versicherung Axa, dem Finanzinvestor Blackrock oder den größten US-Pensionskassen geht die politische Untätigkeit in Sachen Erderwärmung ziemlich auf die Nerven. So werden eine gute halbe Woche vor der UN-Klimakonferenz in Doha die Forderungen aus der Privatwirtschaft lauter, die Weltgemeinschaft solle sich im Kampf gegen den Klimawandel stärker engagieren.

Rasant steigende Treibhausgasemissionen und extreme Wetterphänomene wie jüngst Hurrikan "Sandy" bedrohten Gesellschaften, Unternehmen und Investitionen weltweit, schreibt eine globale Koalition führender institutioneller Investoren am Dienstag in einem offenen Brief an die Regierungen der führenden Wirtschaftsnationen. Zwar haben sie auch Lob für bestehende Instrumente wie den EU-Emissionshandel. "Die derzeitigen Maßnahmen reichen aber nicht aus, um ernste, gefährliche Folgen des Klimawandels abzuwenden", schreiben sie.

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Die Stimme des Investoren-Netzwerks aus den USA, Europa, Asien und Australien dürfte gehört werden: Insgesamt verwalten die Mitglieder Vermögen im Wert von 22,5 Billionen Dollar, schreibt Reuters. Die zögerliche Haltung mancher Regierung gefährde die Altersvorsorge und die Ersparnisse von Millionen Privatleuten, warnen die Unterzeichner des Briefs.

Trotz riesiger weltweiter Investitionen in saubere Energie gebe es noch viel zu viele Länder, die sich auf fossile Brennstoffe wie Kohle verlassen. Das stimmt: Nach aktuellem Stand sind weltweit mehr als 1000 Kohlekraftwerke geplant, ein Großteil davon in Indien und China.

Die Investoren-Allianz fordert nun vehement mehr Politikmaßnahmen, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Der Brief beinhaltet dazu sieben Punkte, unter anderem Subventionskürzungen für fossile Brennstoffe und den vermehrten Handel mit Verschmutzungsrechten.

"Hurrikan Sandy hat einen wirtschaftlichen Schaden von schätzungsweise 50 Milliarden Dollar verursacht. Das ist typisch für das, was uns erwartet, wenn wir nicht handeln", sagte Chris Davis, Direktor der Investoren-Programme bei Ceres, einer US-Koalition von Investoren und grünen Organisationen.

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