Treibhausgas: Neuer Futterzusatz senkt Methan-Ausstoß von Kühen

Treibhausgas: Neuer Futterzusatz senkt Methan-Ausstoß von Kühen

von Peter Vollmer

Die Kuh gilt als Methan-Quelle. Nun haben Forscher ein Ergänzungsmittel getestet, dass den Ausstoß reduziert.

Eine Kuh emittiert am Tag rund 500 Gramm Methan. Je nach Forscher und Messung ist die Zahl auch mal niedriger, aber über vier Millionen Kühe in Deutschland liefern einen relevanten Beitrag zum Treibhauseffekt. Denn Methan ist noch deutlich effizienter als CO2, wenn es darum geht, unseren Planeten warm zu halten.

Das niederländische Unternehmen DSM entwickelt schon länger einen Nahrungszusatz, der den Methanausstoß reduzieren soll. Hauptbestandteil ist der Methanhemmer 3-nitrooxypropanol. Nun wurde dieser Zusatz erstmals von einem internationalen Forscherteam der Pennsylvania State University getestet.

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Über 12 Wochen zeigte sich, dass der Methan-Ausstoß der beobachteten Kühe um 30 Prozent zurückging. Auch die Gewichtszunahme stieg, alle anderen beobachteten Faktoren blieben gleich. Allerdings: Mit 48 Kühen ist die Stichprobe recht übersichtlich. Doch statt möglichst vieler wollte man erst einmal beispielhafte Kühe anschauen, sagt Projektleiter Alexander Hristov. Es sei wichtig gewesen, dass man Umstände wie in der Industrie habe.

Kühe, die industriell Milch produzieren, haben einen deutlich höheren Futterbedarf. Das wirkt sich natürlich auch auf den Methan-Hemmer aus. Außerdem erklärt Hristov: „Jede Reduzierung der Futteraufnahme durch Methan-Verminderung würde wahrscheinlich zu einer nachlassenden Produktivität führen – was bei wenig-produzierenden Kühen nicht so leicht nachweisbar wäre.“

Weltweit machen laut UN-Zahlen Nutztierbestände 44 Prozent des menschengemachten Methanausstoßes aus. Deutschland, wo sich der Methanausstoß seit der Wiedervereinigung halbiert hat, dürfte im Mittelfeld liegen.

Forscher der Uni Hohenheim hatten auf der Suche nach der idealen Ernährung, die möglichst wenig Methan freisetzt, bereits 2007 eine faustgroße Pille entwickelt. Sie fanden allerdings nicht die nötigen Forschungsgelder, die Idee verlief schließlich im Sande.

Zusätzliche AnreizeDas Problem kennt auch Hristov: “Es wird die Milchproduzenten Geld kosten, das anzuwenden. Und wenn Sie keinen Vorteil sehen, werden sie es nicht machen.“

Deshalb wolle man zusätzlich, dass der Futterzusatz Tiere nach dem Kalben oder nach der Abgabe großer Mengen Milch wieder schneller zunehmen lässt – bei gleichzeitig weniger Stress für die Tiere. Damit könne man die Farmer überzeugen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, eine CO2-Abgabe für Methan einzuführen. Zunächst muss 3-nitrooxypropanol aber erst einmal seine Marktreife erlangen. Das Forschungsprojekt dürfte dabei geholfen haben, trotzdem wird der Futterzusatz wohl erst in drei Jahren auf den Markt kommen.

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