Umstrittene US-Studie: Kohlendioxid sei „gut für die Umwelt“

Umstrittene US-Studie: Kohlendioxid sei „gut für die Umwelt“

von Wolfgang Kempkens

Ist Kohlendioxid schlecht für die Umwelt? US-Forscher präsentieren eine überraschende Antwort auf diese Frage.

Ist Kohlendioxid eine Gefahr für das Weltklima? Ganz und gar nicht, sagt Indur M. Goklany, Staatssekretär im US-amerikanischen Innenministerium. Der frühere Delegierte im Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC), ein internationales Gremium, das sich als objektive Informationsquelle für Klimaveränderungen sieht, hält die noch wachsenden Emissionen für einen Segen für die Menschheit.

Alle Pflanzen wüchsen schneller und bildeten mehr Biomasse, schreibt er in einer Studie, die er für die Global Warming Policy Foundation erstellt hat. In der Organisation haben sich diejenigen zusammengeschlossen, die bezweifeln, dass Klimaveränderungen schädlich sind.

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Die Ergebnisse verwundern vor diesem Hintergrund wenig: Die Ernteerträge nähmen um zehn bis 15 Prozent zu, weil mehr Kohlendioxid in der Luft ist, sagt Goklany. Das entspreche einem Wert von 140 Milliarden Dollar pro Jahr, weltweit. Aus diesem Grund brauche man weniger Ackerland. „Das ist nicht nur für die Menschheit gut, sondern auch für die Umwelt“, sagt er. „Denn jedes Stück Land, das nicht bewirtschaftet wird, bleibt naturbelassen.“

„Eine ganze Generation blind für offensichtliche Tatsachen“Auch die für die Menschheit so wichtigen Grünzonen wie die Regenwälder wüchsen schneller. Im Gegensatz zur prognostizierten Klimakatastrophe seien die positiven Auswirkungen der Kohlendioxidemissionen schon heute spürbar.

Den Medien wirft er pauschal vor, diese Vorteile systematisch zu übersehen. Freeman Dyson, 91-jähriger britisch-amerikanischer Physiker und Mathematiker, wundert sich im Vorwort zur Goklany-Studie, dass „eine ganze Generation von Wissenschaftlern blind ist gegenüber offensichtlichen Tatsachen“.

„Derartige Studien ignorieren völlig, dass man schon heute Klimaschäden dagegen rechnen muss“, sagt Mojib Latif, renommierter Klimaforscher am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Langfristig werde dieser Düngeeffekt wegen zunehmender Extremwetter wie Dürren und Starkregen und der Überflutung von Küstengebieten auf Grund des steigenden Meeresspiegels übertroffen werden. „Noch nehmen die Pflanzen tatsächlich mehr CO2 auf, konzediert Latif. „Diese Senke wird sich möglicherweise gegen Ende des Jahrhunderts zu einer Quelle wandeln.“

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