Umwelt: US-Army und Bundeswehr wollen grüner werden

Umwelt: US-Army und Bundeswehr wollen grüner werden

von Felix Ehrenfried

Solarzellen, Wasserstoff, Recycling - Die Armeen in den USA und Deutschland planen Cleantech-Offensive.

Es klingt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film: Soldaten, die in der Wüste Energie durch transportable Atomreaktoren herstellen, ihre Feinde mittels kamerabestückter Insekten überwachen und ihre Seeschiffe mit Wasser betreiben.

Glaubt man dem US-Magazin Mother Jones, sind dies alles Projekte, an denen die Streitkräfte der USA in ihren Laboren arbeiten. Unter den Ideen finden sich, neben verrückten Plänen, auch einfache, jedoch sehr umweltfreundliche Projekte, welche die weltgrößte Streitmacht auch zur grünsten der Welt machen könnte. Nicht ganz unerheblich: Die US-Army war wegen ihres großen Forschungsetats schon immer ein Hort von Innovationen - vielleicht kommt diesmal auch etwas heraus, was der Menschheit auch wirklich nützt. Und das sind die interessantesten Ideen der US-Armee:

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  • Insekten als Drohnen.

    Klingt verrückt, ist aber scheinbar in Planung: Mittels winzigen Kameras und Sensoren, die an Insekten angebracht werden, könnte die US-Armee in Zukunft riesige Gebiete überwachen und das ganz unerkannt. Die Idee klingt technisch faszinierend. Ob sie dazu beiträgt, die US-Armee grüner zu machen, ist nicht klar zu beantworten. Sollten die "Insektenkameras" in Zukunft als Ersatz für kleinere Drohnen eingesetzt werden, könnten damit die Herstellungsenergie und Betriebskosten für solche klassische Drohnen eingespart werden.
  • Transportable Entsalzungsanlage.

    Speziell für den Einsatz in Küstenregionen ein sinnvolles Utensil, das Soldaten in Zukunft mit Trinkwasser versorgen soll. Die gesamte Entsalzungsanlage soll dabei nicht größer sein, als ein Rucksack. Es gibt zwar schon Konzepte zu mobilen Entsalzungsanlagen, jedoch sind diese von einer einzelnen Person nicht transportierbar und brauchen beispielsweise einen Anhänger zum Transport. Sollte es die Anlage zur Marktreife schaffen könnten damit auch Wasserversorgungsprobleme in Krisengebieten gelöst werden.
  • Die recycelte Matratze.

    Nicht neu, dafür grün: Die Matratze, welche aus recycelten Materialien wie PET-Flaschen hergestellt werden soll, könnte in Zukunft Bett für tausende von Soldaten sein. Außerdem soll sie waschbar sein. Wenn die Matratze den rauen Alltag in der Armee übersteht, könnte sie auch Outdoorfans begeistern.
  • Die Null-Energie-Basis.

    Mittels alternativer Energien und umfangreichem Recycling will die US-Armee in Zukunft ihre Stützpunkte energieautark machen. Alle benötigte Energie wird innerhalb des Stützpunktes erzeugt.
  • Aus Wasser Energie gewinnen.

    Es ist eine Idee, die die Energiesorgen der heutigen Welt auf einmal beseitigen könnte. Die Streitkräfte der USA wollen ein Verfahren entwickeln, um aus Wasser Energie zu gewinnen. Wasser als Treibstoff sozusagen, der aber über den herkömmlichen wasserstoff hinausgeht. Aus dem Seewasser sollen Kohlenstoff und Wasserstoff abgespaltet werden , welche anschließend zu Kohlenwasserstoff verbunden werden. Durch eine weitere Reaktion soll daraus Treibstoff for Kampfflieger entstehen. Leider haben vor den Forschern des US-Militärs schon viele versucht, aus Wasser Treibstoff zu gewinnen, bisher jedoch ohne nennenswerten Erfolg.
  • Mobiler Atomreaktor:

    Ein Atomkraftwerk von der Größe einer Handtasche? Geht es nach der US-Armee soll diese Vision bald Realität werden. So könnten Soldaten sich in Zukunft ihre Energie durch Kernspalte selber erzeugen. Das Risiko eines solchen Verfahrens ist allerdings unwägbar.

 Auch bei der deutschen Bundeswehr

sind einige grüne Technologien im Entwicklungslabor. Die Experten des Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr konzentrieren sich dabei hauptsächlich auf Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung.  Hier die interessantesten grünen Technologie der Bundeswehr:

  • Mobile Trinkwasseraufbereitungsanlage

    . Eine ähnliche Idee wie die der US-Armee: Mittels mobilen Anlagen soll die Trinkwasserversorgung dezentral und unabhängig von Frischwasserzugang erfolgen. Das System der Bundeswehr soll durch den Einsatz spezieller Membranen nicht nur verunreinigtes Wasser von gefährlichen Keimen und Bakterien befreien können, sondern dieses auch entsalzen.
  • Sonnenblumenöl für den Jet

    . In Kooperation mit der Lufthansa entwickelt die Bundeswehr ein Verfahren, um ihre Flugzeuge in Zukunft anteilig mit speziell aufbereiteten Pflanzenölen betreiben zu können. Dabei soll der Treibstoff für die Flieger in Zukunft zu über 50 Prozent aus solchen Ölen bestehen.
  • Wasserstoff als Energieerzeuger

    . In mehreren Studien sollen die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff bei der Bundeswehr erprobt werden. Mögliche Gebiete sind die Energiespeicherung aber auch Energieerzeugung durch Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff betrieben werden.

Wie innovativ und zukunftsgerichtet die Streitkräfte mit ihrer grünen Entwicklung sind, wird man allerdings erst wissen, wenn die Technologien im Einsatz sind. Denn neben den Armee-Professoren arbeiten weltweit auch unzählige zivile Einrichtungen an diesen grünen Technologien.

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