UN-Klimakonferenz: Worum es in Paris eigentlich geht

UN-Klimakonferenz: Worum es in Paris eigentlich geht

von Lisa Hegemann

Auf der Klimakonferenz treffen sich ab Montag 195 Regierungsvertreter und sprechen über ein neues Abkommen. WiWo Green beantwortet die wichtigsten Fragen.

Vom 30. November bis zum 11. Dezember treffen sich die Staats- und Regierungsvertreter von 195 Nationen in Paris zum Weltklimagipfel. Doch was genau passiert dort eigentlich und warum? WiWo Green beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was passiert ab Montag in Paris?In der französischen Hauptstadt treffen sich 195 Staats- und Regierungsvertreter, um ein neues Klimaabkommen auszuhandeln. Diskutiert werden soll nicht nur eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen, sondern auch die sogenannte Zwei-Grad-Grenze, also das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius seit Anbeginn der Industrialisierung zu begrenzen.

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Warum gerade die Zwei-Grad-Grenze?Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Klimawandel ab einem bestimmten Punkt unumkehrbar ist. Man nimmt an, dass die Zwei-Grad-Grenze dieser sogenannte „Tipping Point“ sein könnte. Sprich: Die Temperaturen weltweit würden stetig steigen. Die Folgen: schmelzende Gletscher und ein höherer Meeresspiegel. Für die Weltbevölkerung könnte das gleich aus mehreren Punkten dramatisch werden: Länder wie Bangladesch und die Niederlande müssen um ihre Existenz fürchten, weltweit drohen zudem Wetterextreme – stärkere Stürme, stärkere Fluten, stärkere Dürren. Weitere Infos auch in dieser Multimedia-Reportage.

Warum gibt es ein solches Abkommen noch nicht?Es gibt ein Abkommen, das 2005 auch rechtlich in Kraft getreten ist: das Kyoto-Protokoll. Die Weichen dafür wurden 1992 in Rio de Janeiro gestellt. Auf der Konferenz damals wurden alle Staaten dazu verpflichtet, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Die Verhandlungen resultierten am Ende im Kyoto-Vertrag, der 1997 verabschiedet wurde. Darin wurde festgehalten, dass die CO2-Emissionen bis 2012 weltweit um fünf Prozent reduziert werden müssen.

Warum brauchen wir dann ein neues Abkommen?Weil die rechtlich verbindlichen Versprechen zu Treibhausgasen 2020 auslaufen. Wenn die UN den Klimawandel aber aufhalten will, müssen alle Staaten mitmachen.

Warum sprechen alle von COP21?Die Abkürzung COP21 steht für „Conference of the Parties“, übersetzt bedeutet dies „Konferenz der Parteien“. Dieses Zusammentreffen der Mitgliedsstaaten findet jedes Jahr statt, 2014 beispielsweise in Lima, 2013 in Warschau. Die 21 steht – ganz chronologisch – für das 21. Treffen.

Wenn es jedes Jahr eine Klimakonferenz gibt – warum ist die in Paris so viel wichtiger als die zuvor?2007 beschlossen die 195 Regierungsvertreter im indonesischen Bali, einen Aktionsplan in Gang zu setzen, der das Kyoto-Protokoll langsam ersetzen sollte. Doch auf der Klimakonferenz in Kopenhagen konnten sich die Staaten  2009 zwar auf Treibhausgas-Limits einigen, doch die waren zum einen nicht so hoch, wie Wissenschaftler vorschlugen, und zum anderen fehlte am Ende ein verbindliches Abkommen.

Ist ein Abkommen in Paris dann überhaupt realistisch?Realistisch ja, aber schwierig. Auch wenn die EU, die USA und auch China ihre Emissionen weiter reduzieren wollen, so wäre die Frage, ob eine Zwei-Grad-Grenze mit den derzeitigen Versprechen erreichbar wäre. Wissenschaftler gehen bisher davon aus, dass sich die Temperaturen immer noch um 2,7 bis drei Grad erhöhen würden. Hinzu kommen ärmere Länder, die von den Industriestaaten finanzielle Unterstützung verlangen.

Weitere Informationen zur Agenda und zu den Hintergründen finden Sie auch auf der offiziellen Webseite.

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