UN-Klimawandelbericht: Grafik zeigt, wo die Folgen am schlimmsten sind

UN-Klimawandelbericht: Grafik zeigt, wo die Folgen am schlimmsten sind

von David Sahay

Die Folgen des Klimawandels werden die Ökosysteme der Erde massiv beeinflussen. Wo Unheil droht, zeigt eine Grafik.

Heute hat der UN-Weltklimarat (IPCC) den zweiten Teil seines aktuellen Weltklimaberichts veröffentlicht. Der Report lässt wenig Raum für Zweifel: Die Folgen des Klimawandels werden die Ökosysteme der Erde mit großer Wahrscheinlichkeit massiv beeinflussen. Interessant ist aber auch: Viele der Prognosen fallen sehr viel vorsichtiger aus als in den vergangenen Jahren.

Sonderbar dabei ist allerdings die Veröffentlichungspraxis des Gremiums: Nach einem ersten Teilbericht mit dem Titel "Die Physikalischen Grundlagen", den der IPCC im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht hat, erscheint nun der zweite Teil mit dem Titel "Auswirkungen, Anpassung und Vulnerabilität". Mitte April soll der dritte Teilbericht mit dem Titel "Verminderung des Klimawandels" folgen.

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Diese scheibchenweise Veröffentlichung soll den Ergebnissen wohl maximale Aufmerksamkeit garantieren.

Der Bericht, der alle fünf bis sieben Jahre erscheint, hat das Ziel, den aktuellen Kenntnisstand der Klimaforschung zusammenfassen. Zusammengetragen von rund 300 Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, gilt er als allgemein anerkanntes Grundwissen über die Erderwärmung.

Trilogie des KlimawandelsIm gerade veröffentlichten zweiten Teilbericht geht es um die Folgen des Klimawandels für die Ökosysteme der Erde, und Anpassungsmöglichkeiten für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Diese Karte macht auf einen Blick deutlich, wo es am schlimmsten werden könnte:

Zu erkennen sind die Auswirkungen des Klimawandels in den verschiedenen Regionen der Erde. Abgebildet sind physikalische und biologische Folgen sowie das, was  die in der Region lebenden Menschen und die lokale Wirtschaft zu erwarten haben.

Mögliche Folgen für EuropaDer IPCC hat bei jeder Auswirkung Angaben darüber gemacht, wie wahrscheinlich ihr Eintritt ist: Je mehr Balken, desto wahrscheinlicher. Außerdem gibt es Angaben dazu, ob die Veränderung überwiegend durch den Klimawandel beding ist, oder durch andere Umstände wie soziale Faktoren. Ausgefüllte Symbole bedeuten einen großen Einfluss durch den Klimawandel, umrissene Symbole einen eher geringeren Einfluss.

Für Europa bedeutet das beispielsweise, dass durch den Klimawandel mit großer Sicherheit weniger Schnee, Eis und Permafrost auftreten werden. Relativ wahrscheinlich ist auch, dass der Klimawandel einen Einfluss auf das lokale Meeres-Ökosystem hat. Als unsicher gilt hingegen der Eintritt von Wassermangel oder Nahrungsknappheit.

Hier die weltweiten Auswirkungen im Detail:Ein Anstieg des Meeresspiegels hat Auswirkungen auf die Küstenregionen. Bereits jetzt lässt sich ein Anstieg des Meeresspiegels beobachten, der durch schmelzendes Eis an den Polen ausgelöst wird.

Auch Hochgebirgsgletscher werden wahrscheinlich schrumpfen. Durch steigende Temperaturen drohe an Land ein Baumsterben, vor allem in Australien.

TierweltMehr CO2 in den Ozeanen macht die Weltmeere saurer. Das führe zum Absterben von Korallenriffen und habe negative Auswirkungen auf die Tierwelt Unterwasser, schreiben die IPCC-Autoren. Hinzu kommt die Erwärmung der Ozeane, die bereits jetzt dazu führt, dass Tiere auf der Suche nach kühleren Gewässern in tiefere Wasserschichten oder polwärts wandern.

Die Erderwärmung wirkt sich auch auf die Tiere an Land aus. Dass sie sich der Erderwärmung nicht schnell genug anpassen können, sei nicht unwahrscheinlich. Das könnte zum Aussterben vieler Arten führen. Mittelamerikanische Amphibien gelten bereits jetzt als akut gefährdet.

Folgen für den MenschenAuch Folgen für den Menschen beschreibt der IPCC in seinem Bericht. So ist mit Ertragseinbußen bei der weltweiten Ernte zu rechnen. Konkret gehen die Experten davon aus, dass bis zu ein Fünftel aller Erträge von Ackerpflanzen ein Opfer der Erderwärmung werden. Für oberere Breitengrade gilt Gegenteiliges: Ein Anstieg der Temperaturen wirkt sich hier vorteilhaft auf Nutzpflanzen aus.

Ein Eintreten von Wasserknappheit in subtropischen Gebieten ist sehr wahrscheinlich. Europa wird davon eher nicht betroffen sein.

Die wahrscheinlichen Auswirkungen schlagen sich auch auf die Gesundheit der Menschen nieder: Dürre, Unterernährung, Wassermangel oder Überschwemmungen könnten vermehrt Krankheiten verursachen. In Großstädten werden Hitzestress und Extremregen ein zunehmendes Problem.

Der Klimawandel wird teuerAlle Folgen wirken sich mehr oder weniger auch auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Bei einer weltweiten Erderwärmung von zwei Grad könnten 0,2 bis 2 Prozent der Wirtschaftskraft verloren gehen. Allerdings: Derzeit steuert die Welt eher auf mehr als zwei Grad Erwärmung zu, umso einschneidender werden auch die Auswirkungen des Klimawandels.

Der Bericht macht deutlich, dass die Erderwärmung vor allem Entwicklungsländer und die Umwelt massiv beeinflussen wird. Am 13. April wird der IPCC den dritten Teil seines Klimaberichts vorstellen, in dem geklärt werden soll, welche Möglichkeiten es zur Minderung des Klimawandels gibt. Das es sinnvoll wäre, diese Möglichkeiten zu ergreifen, hat der Weltklimarat eindrucksvoll deutlich gemacht.

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