Untersuchung zeigt: Treibhausgase verstärken Hitzewellen

Untersuchung zeigt: Treibhausgase verstärken Hitzewellen

von Benjamin Reuter

Die Temperaturen auf der Erde stagnieren seit Jahren. Entwarnung in Sachen Erderwärmung bedeutet das nicht.

Wissenschaftler sind sich nahezu einig: Treibhausgase wie Kohlendioxid sind hauptverantwortlich für die Erwärmung der Erdatmosphäre in den vergangenen Jahrzehnten. Doch diese Überzeugung steht im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung. Der Ausstoß von Treibhausgasen steigt um jährlich drei Prozent, doch die Durchschnittstemperatur der Luft stagniert seit mehr als 15 Jahren – das ist Wasser auf die Mühlen der Klimawandel-Skeptiker.

Aber ist es überhaupt sinnvoll, die durchschnittliche Temperatur der Luft als Kennzahl für die Erderwärmung zu nutzen? Vor einigen Monaten publizierten Forscher aus Sydney und Zürich dazu eine Studie , in der sie zeigten: Die Erderwärmung macht gar keine Pause. Zumindest nicht, wenn man die extrem heißen Tage betrachtet.

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Sie konnten zeigen, dass der Anteil der Landfläche, der von extrem heißen Temperaturen betroffen ist, jährlich steigt (wir hatten an dieser Stelle ausführlicher berichtet). Deutlich wird der Trend in folgender Grafik:

Nun hat sich eine Gruppe von japanischen Forschern in einer Studie für die Nordhalbkugel der Erde angesehen, was genau die zunehmenden Hitzewellen auslöst. Die Leitfrage: Sind natürliche Schwankungen oder der Treibhausgas-Ausstoß des Menschen für sie verantwortlich?

Dafür entwickelten sie mehrere Computermodelle, um die verschiedenen Einflüsse und Auslöser für die Hitzewellen berechnen zu können. Einige dieser Modelle fütterten sie unter anderem mit den Werten des CO2-Gehalts der Atmosphäre im Jahr 1850 (Details zu den Berechnungen gibt es an dieser Stelle) und verschiedenen anderen Faktoren wie den Wassertemperaturen in den Ozeanen und der Ausdehnung der Eisflächen auf der Erde. Zum Vergleich ließen sie andere Modelle mit dem durch von Menschen seit 1850 in die Atmosphäre gepusteten Treibhausgasen laufen. So ließ sich der menschliche Einfluss berechnen.

Das Ergebnis: Die zunehmenden sommerlichen Hitzewellen sind unter anderem auch auf Schwankungen bei bestimmten Ozeanströmungen und andere Naturphänome zurückzuführen. Zu rund einem Drittel ist für sie aber auch ganz direkt der steigende CO2-Gehalt in der Atmosphäre verantwortlich. Denn im Modell mit einem niedrigen CO2-Gehalt in der Atmosphäre traten die Hitzewellen schwächer und seltener auf. Aber: Auch die Erwärmung der Ozeane, so nehmen Wissenschaftler an, geht mittlerweile auf die gestiegenen Oberflächentemperaturen auf der Erde zurück. Die Meere nehmen die Hitze nach und nach auf.

Leitautor Kamae Youichi geht deshalb davon aus, dass sich Frequenz und Stärke der Hitzewellen mit dem steigenden CO2-Ausstoß in den kommenden Jahren noch erhöhen wird – auch wenn die Durchschnittstemperatur auf der Erde weiterhin stagniert.

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