Upcycling: Sieben Ideen für Urlaub, Balkon und Ferienhaus

Upcycling: Sieben Ideen für Urlaub, Balkon und Ferienhaus

von Marius Hasenheit

Wiederverwertung wird durch Upcycling immer modischer - wir stellen sieben Produkte mit ganz eigenem Vorleben vor.

Der Sommer bringt häufig eine schlechte Umweltbilanz mit sich: Mittelstreckenflug und Barbecue verursachen schon genug schlechtes Gewissen. Gut, dass die Upcycling-Welt auch Ideen für den Sommer bereithält.

Im Unterschied zum Recycling werden beim Upcycling die Materialien nicht in die Ursprungs-Komponenten zerlegt, um daraus neue Produkte zu produzieren. Stattdessen wird das alte Material direkt umgearbeitet. So ist der Energieaufwand in der Regel nochmals geringer als bei recycelten Produkten.

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Der Arbeitsaufwand hingegen ist oft hoch, gerade für Unternehmen. Denn entsorgte Materialien sind selten komplett gleich. Es braucht eine ganze Menge Handarbeit. Dafür erzählen die hergestellten Taschen, Lampen oder Schränke oder ganz eigene Geschichten.

Haltbare Taschen aus LKW-PlanenDie aus LKW-Planen gefertigten freitag-Taschen sind fast schon Klassiker unter den Upcyclingprodukten. Immerhin 350 Planen pro Jahr verarbeitet das Schweizer Unternehmen inzwischen. Inzwischen ebenfalls im Sortiment: komplett kompostierbare Kleidung.

 

Lampenschirme aus alten PlakatenWer in einer großen Stadt lebt, kennt die dicken Schichten von Plakaten an vielen Wänden. Kinofilme, Rockkonzerte oder Flohmärkte suchen auf diesem Weg nach Publikum. Für die Leipziger Designer Franz Gabel und Johannes Heinzmann ist das ein wichtiger Rohstoff, und zwar für schicke, individuelle Lampenschirme. Sie lösen die Plakate ab, zerlegen sie in dünne Schichten und fertigen daraus eine Collage im Schirm-Format. Alternativ haben die Leipziger Upcycler unter dem Namen YEA YEA auch Lampenschirme aus alten CDs und Gürtel aus abgefahrenen Fahrradreifen im Angebot.

 

Hocker aus LampenschirmenIn Leipzig sind also Lampenschirme das Produkt von Upcycling - in Bielefeld hingegen sind sie der Rohstoff. Dort wurden zahlreiche, alte, städtische Lampenschirme demontiert. Viel zu schade zum Wegwerfen, dachte sich der Produktdesigner Oliver Bahr und fertigt nun unter dem Namen statthocker Sitzmöbel und Lampenkörper daraus an. Als kleines Extra leuchtet aus dem Hocker eine LED-Lampe.

 

Möbelrecycling in großem StileDer Werkhof Hagen gründete die Initiative Zweitsinn, die sich dem Möbelrecycling verschrieben hat. Das Team um Thomas Herzog bietet Herstellern und Designern eine Plattform zur Vermarktung ihrer Upcyclingprodukte. Noch verheizen Müllverbrennungsanlagen hunderttausende Tonnen Holzsperrmüll, ein kleiner Teil wird allenfalls geschreddert und zu Holzspanplatten gepresst. Wer die Althölzer direkt verwendet, soll pro Kilogramm fast 350 Gramm CO2 einsparen. Weiterer Vorteil: Schadstoffe wie Formaldehyd dürften bei den alten Möbeln längst ausgedunstet sein.

 

Gläser aus alten WeinflaschenDer Däne und Neuberliner Jesper Jensen hingegen widmet sich als ausgebildeter Glasbläser lieber alten Weinflaschen. Er sammelt diese ein, erhitzt, verformt und schleift die alten Flaschen in die Form neuer Gläser. Becher, Kannen oder Vasen entstehen so in seinem Studio. Die lassen sich zwar nicht ineinander stapeln, dafür aber durch die Wölbungen leichter greifen.

 

Taschen aus FallschirmseideDas Unternehmen Bag to life produziert Taschen aus reißfester Fallschirmseide und Rettungswesten. Tausende ausrangierte Westen verarbeitet das Team um Kerstin Rank pro Jahr. Besonders stolz sind sie auf ihre hundertprozentige Upcyclingquote. Sie verarbeiten wirklich alles von einer Weste - Anhänger der Reißleine kommen an den Reißverschluss, Mundstücke dienen als Stiftehalter, selbst die Trillerpfeife kommt an die Tasche. Die Taschengurte schließlich fertigen sie aus ausrangierten Flugzeuggurten.

 

Taschen aus DruckereiabfällenDie Drucktechniker Andjelko Artic und Rupert Jensch fanden die stabilen Drucktücher ihrer Arbeit zu schade um sie wegzuwerfen. Die Tücher bestehen aus Vollgummi, kompressiblem Gummi und mehreren Lagen Gewebe – ideal um mehr zu können, als nur im Offset-Druck die Farbe auf das Papier zu übertragen. Sie entwickelten schließlich die Sag+Sal-Rucksäcke und Taschen die besonders robust sein sollen. Um möglichst viele Materialien zu upcyclen, nutzen sie Gurtbänder aus der Möbelindustrie als Trageriemen.

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