Urlaub in der Eco-Lodge: So geht grünes Reisen

Urlaub in der Eco-Lodge: So geht grünes Reisen

In Sri Lanka haben zwei Entwicklungshelfer eine Eco-Lodge gebaut, die nun für Arbeitsplätze und Gleichberechtigung sorgt.

Die Tourismusbranche boomt seit Jahren, vor allem Fernreisen und Kreuzfahrten finden reißenden Absatz. Südostasien und Afrika gehören zu den großen Gewinnern der Reiselust. Von dem Geld, das die Touristen ins Land bringen, sieht die Bevölkerung nur leider meist kaum etwas, weil es vorwiegend an reiche Eliten oder ausländische Investoren geht.

Dafür frisst der Massentourismus Ressourcen und verschmutzt die Umwelt – deswegen fordern viele eine Wende des Tourismus. Zum Beispiel am Rande des letzten Regenwalds Sri Lankas. Hier führen Alfons Stücke und Edna Möllers gemeinsam mit ihrer singhalesischen Partnerin Kamani Lasanthi Jayasinghe die Singharaja Garden Eco-Lodge.

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Ihr Unternehmen trägt das CSR-Siegel (Corperate Social Responsibility) des unabhängigen Fachgremiums TourCert. Von der Anreise über regionale Wertschöpfung bis zum Papierverbrauch im Büro – alle Bereiche nimmt das Gremium anhand von sozialen und ökologischen Kriterien unter die Lupe. Damit ist das Siegel einer der wenigen brauchbaren Wegweiser im Kennzeichnungs-Wust der Tourismusbranche.

Nach dem Tsunami in 2004 kam das Paar aus Münster als Entwicklungshelfer nach Sri Lanka. Dort lernten sie Kamani Lasanthi Jayasinghe kennen, eine verwitwete Singhalesin. Sie lebte damals mit ihren drei Kindern auf der Straße – Stücke und Möllers wollten ihr sofort helfen, das zu ändern.

Sie entdeckten ein leerstehendes Haus in spektakulärer Lage am Rande des Regenwaldes. Doch Stücke und Möllers wollten dieses nicht nur in eine Wohnung umbauen, sondern schufen dort eine mietbare Lodge. Jayasinghe machten sie zur Teilhaberin und schufen so nicht nur einen Arbeitsplatz für die alleinerziehende Mutter, sondern auch für weitere Menschen vor Ort.

Selbstständiges und gleichberechtigtes PersonalHeute finden die (höchstens acht) Gäste der Eco-Lodge hier ein regelrechtes Öko-Paradies mitten in der Natur, wo sie, Yoga praktizieren und vegetarische Speisen mit Zutaten aus dem hauseigenen Bio-Anbau genießen können.

Die singhalesischen Angestellten erhalten eine Ausbildung in der Tourismusbranche und eine Festanstellung mit einem Gehalt, durch das sie ihre Familie ernähren können. Außerdem bekommen sie Know-how dazu vermittelt, wie man landwirtschaftliche Flächen ökologisch und effektiv bewirtschaftet.

"Unser Ziel ist es, dass die Lodge nach spätestens 15 Jahren eigenständig und einzig von unserem ausgebildeten Personal aus der Region geleitet wird", sagt Alfons Stücke. Hilfe zur Selbsthilfe also. Und nebenbei wollen sie noch die Gleichberechtigung stärken: Geschäftsführerin werde auf jeden Fall eine Frau werden – in Sri Lanka ist das bisher eher eine Seltenheit.

Grünes Reisen wird selbstverständlicherMittlerweile gibt es einige Anbieter von nachhaltigen Reisen, wie zum Beispiel ReNatour und forum anders Reisen. Diese Veranstalter engagieren sich für einen umweltfreundlichen und sozialverträglichen Tourismus.

Aber auch Reiseführer geben immer mehr Hinweise, wie man seinen Aufenthalt in der Ferne ökologisch und sozialverträglich einrichten kann – was schon bei so einfachen Dingen wie dem Verzicht von Sonnencreme beim Baden in Seen beginnen kann.

Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 jedes Jahr mehr als 1,8 Milliarden Menschen internationale Reisen unternehmen. Je häufiger sich diese für eine nachhaltige Reise entscheiden, desto stärker wird die Branche reagieren müssen.

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