US-Revoluzzer: Kalifornien startet Emissionshandel

US-Revoluzzer: Kalifornien startet Emissionshandel

von Jan Willmroth

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat am Mittwoch das zweitgrößte Emissionshandelssystem der Welt gestartet. Damit ist der Staat Pionier in den USA.

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat am Mittwoch das nach der EU zweitgrößte Emissionshandelssystem der Welt gestartet. Am Morgen auktionierte der Staat die ersten Verschmutzungsrechte für 2013 an mehr als 350 Unternehmen, darunter Energieversorger, Lebensmittelhersteller und Raffinerien. Am kommenden Montag sollen die Ergebnisse präsentiert werden. "Wir glauben, dass die Wettbewerbswirtschaft des 21. Jahrhunderts auf sauberer und effizienter Produktion und Energieerzeugung fußen muss", schrieb Mary Nichols, Chairman des California Air Resources Board, in der Washington Post.

Die Auktion ist eine Art Testlauf - es geht vor allem darum, zu sehen, welchen Preis die Zertifikate am Markt erzielen werden. Denn die meisten Zertifikate wurden, ähnlich wie während der ersten beiden Phasen des EU-Emissionshandels, bereits frei an Energiekonzerne und Industrieunternehmen verteilt. In den ersten beiden Jahren verschenkt der Staat 90 Prozent der Verschmutzungsrechte an die betroffenen Unternehmen, danach wird ein größerer Teil auktioniert.

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Künftig sollen viermal pro Jahr Auktionen stattfinden, wobei die Zahl der verfügbaren Verschmutzungsrechte mit der Zeit sinkt. Der Plan des California Air Resources Board ist Teil des Klimaschutzgesetzes AB32 und sieht vor, den CO2-Ausstoß bis 2020 auf das Level von 1990 zu drücken. 85 Prozent der industriellen CO2-Quellen in Kalifornien sind davon betroffen. Das Gesetz sieht außerdem Standards für saubere Treibstoffe, effizientere Fahrzeuge und einen größeren Anteil an erneuerbaren Energien vor.

Ähnlich wie in der EU folgt das kalifornische Emissionshandelssystem dem "cap-and-trade"-Ansatz: Betreiber von Fabriken, Raffinerien und Kraftwerken müssen Jahr für Jahr ihre Emissionen unter ein individuell festgelegtes Niveau drücken ("cap") und für jede darüber hinausgehende Tonne Kohlendioxid Zertifikate erwerben ("trade"). Das EU-System geriet in den vergangenen Jahren mehrfach in die Kritik, weil zu viele Zertifikate auf dem Markt waren und deren Preis verfiel.

Kalifornien ist der erste US-Bundesstaat, der mit einem Preis für Treibhausgasemissionen vorprischt.

 

 

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