US-Studie: Wie Veganer, Vegetarier und Fast-Food-Fans (!) das Klima schützen

US-Studie: Wie Veganer, Vegetarier und Fast-Food-Fans (!) das Klima schützen

von Benjamin Reuter

Wer isst am klimafreundlichsten? US-Foscher geben in einer aktuellen Studie eine unerwartete Antwort.

Vor einigen Wochen haben wir bei WiWo Green über die externen Kosten eines Cheeseburgers berichtet. Also über die Kosten, die der Kunde an der Theke eines Fast-Food-Ladens nicht bezahlt. Dazu gehören die Gesundheitsschäden durch die Fett- und Kalorienbombe und die Folgen für die Umwelt, die mit dem Fleischkonsum und der industriellen Landwirtschaft einhergehen. Demnach müsste ein Cheeseburger nicht einen Euro kosten, sondern rund das Doppelte.

Jetzt behauptet eine US-Studie: Fast- und Industrie-Food mag zwar die Gesundheitssysteme belasten, aber es hilft dem Klimaschutz. Jedenfalls wenn man es mit den Empfehlungen für eine gesündere Ernährung des US-Landwirtschaftsministeriums vergleicht. Das empfiehlt weniger Fleisch, Fett und Zucker und dafür mehr Gemüse, Fisch und Milchprodukte. Vergleichswert ist die Treibhausgasbilanz der Ernährung eines Durchschnittsamerikaners. Der nimmt durchschnittlich zwischen 1700 (Frauen) und 2600 Kalorien (Männer) zu sich, die zu einem beträchtlichen Teil aus Fast-Food, Fertiggerichten und  Industriessen stammen (wenn man dem US-Landwirtschaftsministerium glauben will).

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Würden die Amerikaner also von Junk-Food auf Normal-Food wechseln, würde das die Treibhausgasbilanz ihrer Ernährung um rund zehn Prozent verschlechtern, schreiben die Forscher. Der einfache Grund: Da die Amerikaner ihren Kalorienbedarf mit sehr viel Zucker und Fett decken, die aber einen vergleichsweise niedrigen CO2-Fußabdruck haben, würde es dem Klima schaden, die Kalorien anderweitig zu sich zu nehmen.

Freilich lässt diese Rechnung den Preis der aktuellen Ernährungsgewohnheiten außer Acht. Allein die Folgeerkrankungen von Übergewicht führen in den USA zu Gesundheitskosten von rund 230 Milliarden Dollar jährlich.

Wer wirklich etwas für das Klima (und seine Gesundheit) tun wolle, so das wenig überraschende Ergebnis der Studie, müsse sich vegetarisch oder vegan ernähren, also fleischlos oder gleich ohne jede tierische Produkte. Auch wer etwas weniger Fleisch isst und gleichzeitig seinen Kalorienbedarf senkt, lebt klimafreundlicher und gesünder. Fleisch hat in den USA nur einen Anteil von vier Prozent an den verkauften Lebensmitteln (nach Gewicht berechnet), ist aber für 36 Prozent der mit der Ernährung verknüpften Treibhausgase verantwortlich.

Die Ergebnisse der Studie hat das Online-Nachrichtenmagazin Quartz in eine einfache Reihenfolge umgerechnet: Die aktuellen Ernährungsgewohnheiten eines Durchschnittsamerikaners produzieren demnach täglich 2,9 Kilogramm Treibhausgase (pro Person). Würde er oder sie den Empfehlungen des US-Landwirtschaftsministeriums folgen, würde der Wert auf 3,6 Kilogramm steigen. Für Vegetarier liegt er dagegen bei nur 2,4 Kilogramm, bei Veganern bei 1,7 Kilogramm. Alle Werte sind für 2000 Kalorien berechnet.

Die Studie liefert aber auch noch eine weitere interessante Erkenntnis. Essen, das im Müll landet, trägt knapp 30 Prozent zur Treibhausgasbilanz der Ernährung eines Durchschnittsamerikaners bei. Das entspricht immerhin dem CO2-Ausstoß von 33 Millionen US-Autos im Jahr. Das Fazit also: Etwas weniger Kalorien, weniger oder kein Fleisch und sehr viel weniger Essen im Müll tragen wirklich zum Klimaschutz bei.

Wie sich die Ernährung der Amerikaner laut den Empfehlungen des US-Landwirtschaftsministeriums verändern müsste, zeigt diese Grafik:

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