Vegane Sneaker: Mehr Fairtrade an den Füßen geht nicht

Vegane Sneaker: Mehr Fairtrade an den Füßen geht nicht

von Julia Schulte

Mehr als 1000 Bio-Schuhe hat das Unternehmen Ethletic schon verkauft – bald sollen weitere Kleidungsstücke folgen.

Eingenähte Hilferufe von Textilarbeitern, die kürzlich in Kleidungsstücken des notorischen Billiganbieters Primark auftauchten, erschüttern einmal mehr das Vertrauen der Verbraucher in die Modebranche. Die Aufregung in den Medien war groß, obwohl bisher nicht einmal geklärt ist, ob sie echt waren – die Öffentlichkeit traut dem Unternehmen anscheinend alles zu.

Undurchsichtige Produktionsketten und Berichte über Niedrigstlöhne oder gar Fabrikeinstürze wie vergangenes Jahr in Bangladesch mit 1134 Toten haben dazu beigetragen.

Anzeige

Und die Alternativen?

Bisher gibt es nur wenige Unternehmen, die fair produzierte Kleidung anbieten, die nicht nur bezahlbar, sondern auch modisch ist. Zu wenige, fand der deutsche Architekt Van Bo Le-Mentzel und startete Ende 2012 eine Crowdfunding-Kampagne um 500 Paar Karma Chakhs herstellen zu lassen – also Sneaker, in der Form der klassischen Converse-Schuhe, die man mit gutem Gewissen tragen kann.

Die Organisation läuft dabei ganz demokratisch ab: Über Details zu Design und Verpackung entscheiden die 'Prosumer' (aus 'Producer' und 'Consumer'), also all diejenigen, die im Rahmen der Kampagne ein Paar erwerben möchten.

Bio-Baumwolle und NaturkautschukDie Schuhe sollten nicht nur gute Arbeitsbedingungen für die Näher in den Fabriken garantieren. Sie bestehen auch aus Bio-Baumwolle und Naturkautschuk. Außerdem verzichten die Hersteller auf Farbstoffe aus tierischen Produkten und bieten so einen rundum veganen Sneaker an.

Preislich unterscheidet der Schuh sich nicht von dem Converse-Vorbild. Anders als beim Original wird hier der Gewinn aber direkt wieder in soziale Projekte gesteckt, die den Herstellern vor Ort zu Gute kommen.

Schnell war das Unternehmen Ethletic als Kooperationspartner eingestiegen, das zuvor bereits Fußbälle und ähnliche Schuhe fair produzierte. "Ethletic will Vorbild dafür sein, dass die Produzenten am anderen Ende der Welt nicht allein den Preis unseres Wohlstands zahlen", erklärt Marketing-Manager Shai Hoffmann.

Er war es auch, der 2013 die zweite Kampagne startete, um den nächsten Satz Karma Chakhs zu produzieren - diesmal gingen 1000 Schuhe an die Unterstützer.

Modekollektion in PlanungEine dritte Runde ist schon im Gespräch, vorausgesetzt natürlich, dass wieder genug Crowdfunder zusammenkommen, die ein Paar Sneaker brauchen. Ethletic plant außerdem für den Spätsommer eine eigene Modekollektion.

Momentan arbeiten zwei Berliner Designer ganz ohne Bezahlung an den Modellen für T-Shirts, Hoodies, Jacken und Baumwollhosen, die in der gleichen Fabrik wie die Karma Chakhs genäht werden sollen.

Damit die Teilnehmer des nächsten Crowdfundings nachvollziehen zu können, woher die Sneaker kommen, haben Ethletic und Le-Mentzel jetzt ein Video gedreht, das die ganze Produktionskette abbildet. So können die Prosumer ihre Reise zu den Baumwollpflückern in Indien, den Kautschuk-Herstellern in Sri Lanka und den Nähern in Pakistan verfolgen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%