Veganes Bier: Guinness braut künftig ohne Fischblase

Veganes Bier: Guinness braut künftig ohne Fischblase

von Lisa Hegemann

Nach 256 Jahren ändert die irische Brauerei ihren Herstellungsprozess: Das dunkle Guinness soll künftig auch für Veganer geeignet sein.

Für Veganer ist das Leben nicht leicht. Wer sich komplett ohne tierische Stoffe ernähren will, muss nicht nur auf Fleisch, Milch und Eier verzichten, sondern auch bei jedem Produkt auf die Inhaltsstoffe achten. Lakritz? Geht nur, wenn die schwarze Süßigkeit nicht mit Honig überzogen ist, weil der von Bienen kommt. Wein? Geht nur, wenn die Fässer nicht mit Gelatine, also tierischem Bindegewebe, gereinigt wurden. Selbst Etiketten können ausschlaggebend sein, wenn der Kleber auf Kasein, also Milcheiweiß, basiert.

Auch auf das irische Guinness mussten Veganer bislang verzichten: Um ihr dunkles Bier zu filtern, verwendet die irische Brauerei bereits seit dem 19. Jahrhundert die getrocknete Blase eines Fischs. Die sogenannte Hausenblase, ein Nebenprodukt der Fischerei, wird dabei hinzugegeben, um trübende Partikel zu binden. Dadurch können diese leichter herausgefiltert werden.

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Eine vegane Alternative für den HerstellungsprozessAuch wenn die Rückstände der Blase größtenteils entfernt werden, kann das Endprodukt noch Spuren der Fische enthalten. Veganer haben auf Change.org bereits vor mehreren Jahren eine von diversen Petitionen für ein veganes Guinness initiiert.

Nun erhört die irische Brauerei die veganen Bierfreunde: Nach 256 Jahren entfernt sie die Fischblase vom Herstellungsprozess. Wie Guinness vor wenigen Tagen bekannt gab, wird das Unternehmen eine neue Filteranlage anschaffen, die dann auch ohne tierische Stoffe auskommt. Ab 2016 soll das vegane Bier gebraut werden.

„Auch wenn die Hausenblase ein sehr effektiver Weg der Klärung ist und wir sie seit vielen Jahren verwenden, werden wir sie nicht mehr auf sie zurückgreifen, sobald das neue Filtrationssystem installiert wird“, so ein Sprecher. Man habe bereits seit längerer Zeit nach einer Alternative gesucht und sei nun zufrieden, eine solche gefunden zu haben.

Schmeckt Guinness noch wie Guinness?Warum Bier überhaupt gefiltert werden muss? Weil wir es so gewohnt sind. Nach der Gärung wirkt Bier zwar trübe, weil Reste von der Gerste oder dem Hopfen bleiben. Doch: „Es würde niemandem schaden und es verändert die Textur auch wenig. Es sieht nur nicht gut aus“, so Karl Siebert, ein Professor an der Cornell University, gegenüber „Popular Science“. Wenn US-Kunden ein solches Bier bekämen, würden sie denken, es sei verdorben, sagt er.

Freunde des dunklen Bieres sorgen sich allerdings nun um den Geschmack ihres Lieblingsgetränks. Da es sich jedoch nur um eine Änderung im Herstellungsprozess und nicht im Rezept selbst handelt, dürfte der Unterschied kaum bemerkbar sein.

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