Vordenker: Wie stellen Sie sich die Stadt der Zukunft vor, Herr Lange?

Vordenker: Wie stellen Sie sich die Stadt der Zukunft vor, Herr Lange?

von Matthias Streit

TEDx-Konferenz in Berlin. Das sind die Ideen der wichtigsten Vordenker.

WiWo Green ist in diesem Jahr Medienpartner der TEDx-Konferenz in Berlin. Am 6. und 7. September werden in der Hauptstadt mehr als ein Dutzend Expertinnen und Experten unter anderem aus den Bereichen Design, Medizin und Städteplanung ihre Ideen für die Metropolen der Zukunft präsentieren. Wer in Berlin live dabei sein möchte, kann an unserem Gewinnspiel für 5×2 Tickets teilnehmen. Alle Informationen gibt es unter diesem Link. Außerdem werden wir die Konferenz an beiden Tagen live im Videostream übertragen. 

Zur Einstimmung auf die Konferenz haben wir ausgewählten Rednern von TEDx-Berlin einen Fragebogen geschickt. Heute beantwortet ihn Bastian Lange, Stadt- und Wirtschaftsgeograph. Er ist spezialisiert auf die reative Industrie, Innovationsprozesse, Regierungsführung und Raumentwicklung. Lange ist außerdem Leiter des Forschungs- und Beratungsbüros Multiplicities in Berlin.

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1. Was ist die größte Herausforderung der Städte in den nächsten Jahrzehnten?Einige Städte müssen lernen, ihr Bevölkerungswachstum zu verwalten. Dabei sind grundlegende Einrichtungen wie Wohnungen, der Zugang zu Wasser aber auch zu Wissen und Bildung von größter Bedeutung. Andere Städte wiederum müssen die negativen Auswirkungen des Mobilitätssektors auf die Energiebilanz reduzieren. In jedem Fall muss die Politik aktiv mitgestalten.

2. Wie lassen sich diese Aufgaben lösen?Überraschenderweise braucht es dafür keinen urbanen Masterplan. Vielmehr hat Selbst-Organisation ein stark zunehmendes Potenzial. Viele Bottom-Up-Initiativen, die im Kleinen anfangen, verbinden sich global zu neuen sozialen Bewegungen. So entstehen viele frische, neue Ideen rund um den Globus.

3. Welche drei Eigenschaften machen eine Stadt lebenswert?Ein Mensch in der Peripherie von Lagos, Nigeria, ist schon zufrieden, wenn er Wasser, Bildung für seine Kinder, ein

anständiges Einkommen und soziale Sicherheit um sich herum hat. Ein Berliner Hipster aus Kreuz-Kölln braucht dagegen eher stylisches Brot, Zugang zu einer politisch-umstürzlerischen Strickgruppe und ein tolles Fahrrad. Aber im Ernst: Wichtig ist doch, dass man wie ein respektierter Bürger behandelt wird und Zugang zu Politik, Bildung und Mobilität erhält. Der Rest hängt ganz davon ab, was jeder Einzelne daraus macht.

4. Welches urbane Projekt hat Sie in den letzten Monaten am meisten fasziniert und warum?Ein persönliches. Gemeinsam mit einer selbst-organisierten Baugruppe in Berlin-Pankow habe ich in den letzten 16 Monaten ein Bottom-Up-Projekt aufgebaut. Nachdem ich monatelang frustriert war, weil es Verzögerungen, Behinderung bei der Planung und auch interne Konflikte gab, bin ich glücklich, dass jetzt die Bausubstanz steht und die ersten Fenster an ihren Platz kommen. Erst wenn man das selbst mitgemacht hat, sieht man wie viel Arbeit in der Eigenorganisation wirklich steckt.

5. Was ist Ihre Lieblingsstadt? Aus welchen Gründen?Nach einem langen Winter in Berlin ist es das frische, sonnige Barcelona im April.

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