Warmes Europa, kalte USA: Das ist wirklich mit dem Wetter los

Warmes Europa, kalte USA: Das ist wirklich mit dem Wetter los

von Benjamin Reuter

Die USA leiden unter einem historischen Kälteinbruch. Eine Grafik zeigt aber: Weltweit ist es sehr viel wärmer als normal. Der Klimawandel lässt grüßen.

Vor überall auf der Welt erreichen die Menschen derzeit Nachrichten über Wetterkapriolen: Australien hat gerade das heißeste Jahr hinter sich, seit Temperaturen aufgezeichnet werden; Großbritannien wird von Stürmen und Überflutungen heimgesucht; der mittlere Osten der USA versinkt in Schnee und klirrender Kälte, in Europa dagegen ist es für diese Jahreszeit beinahe muckelig mild.

Man kann sich dabei fragen: Spielt das Wetter wirklich verrückt, wirft der kommende Klimawandel schon seine Schatten voraus oder ist die globale Aufregungsgesellschaft nur für jede Wetterverrücktheit dankbar, um ihren Durst nach Neuem zu stillen?

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Sehr viel abstrakter als all die Horrormeldungen stellt die Webseite cci-reanalyzer.org das aktuelle Wetter dar.

Sie trägt unter anderem Temperatur-, Niederschlags- und Winddaten aus der ganzen Welt zusammen und verwandelt sie in anschauliche Bilder des Globus. Für die aktuelle Temperatur sieht das dann zum Beispiel so aus:Hier sieht man: Die USA erleben gerade eine ziemliche Kältewelle, in Europa ist es dagegen sehr mild; so weit so gewohnt.

Dargestellt sind aber die Abweichungen von den Durchschnittstemperaturen am 7. Januar im Zeitraum von 1970 bis 2000. Wer sich also die Auswertung der einzelnen Daten ansieht, erkennt schnell, dass die Kältewelle in den USA keineswegs exemplarisch für die Welt steht. Denn die Temperaturen liegen global teilweise erheblich über dem Durchschnitt.

Trotz Kältewelle in den USA lässt sich also feststellen: Die Erderwärmung lässt grüßen.

Für Wettervoyeure haben wir hier noch einige Videos von aktuellen Brennpunkten zusammengetragen.

Großbritannien:



USA:

Australien:



Anmerkung: Klimaveränderungen messen Forscher in Zeiträumen von dreißig Jahren. Einzelne Kälte- oder Hitzewellen sagen über eine Existenz oder Nichtexistenz des Klimawandels also nichts aus, sondern verweisen höchstens auf Trends.

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