Wasserspeicher in Namibia: Mit deutscher Hilfe gegen die Dürre

Wasserspeicher in Namibia: Mit deutscher Hilfe gegen die Dürre

von Wolfgang Kempkens

Wegen der Dürrezeiten war der Gemüseanbau in Namibia lange Zeit undenkbar. Ein deutsch-namibischhes Projekt hat Abhilfe geschaffen.

„Unser Dorf hat sich wirklich verändert“, sagt Emerita Iipinge. Sie lebt in der äußerst regenarmen Oshana Region in der Nähe von Oshakati im Norden des westafrikanischen Staates Namibia. Dass Familien dort Gemüse anbauen, war vor wenigen Jahren noch undenkbar. In langen Dürreperioden wäre es verwelkt.

Heute ist das anders. Im Rahmen des deutsch-namibischen Projekts „CuveWaters“ (nach der grenzüberschreitenden Region Cuvelai, die in Namibia Etoscha-Pfanne heißt) entstanden zahlreiche Speicher, die das Wasser, das in der Regenzeit ungenutzt abfließt, für Dürrezeiten sammelt. Jetzt haben die Gartenbesitzer selbst in der schlimmsten Trockenheit genügend Wasser, um ihre Felder zu versorgen. „Unser Dorf entwickelt sich rasch, weil Bewohner Gärten haben“, sagt Iipinge.

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Das Projekt, das seit zehn Jahren läuft und vom Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main geleitet wird, verfolgt drei Ziele: Eine gesicherte Wasserversorgung und Nahrungsmittelproduktion aus eigener Kraft sowie dezentrale Stromerzeugung. „Dass die Bewohner einer der trockensten Region der Erde sich unabhängig von Regenzeiten mit Wasser versorgen können, hat die Lebensbedingungen schon jetzt nachhaltig verbessert“, sagt der namibische Agrarminister John Mutorwa.

Duschen für 1500 EinwohnerIm Dorf Outapi entstanden beispielsweise Waschhäuser mit Duschen und Toiletten für rund 1500 der 4600 einkommensschwachen Bewohner. Eingebaut wurden Vakuumtoiletten, aus denen die Fäkalien abgesaugt werden.

Gemeinsam mit den übrigen Abwässern landen sie in einer biologischen Kläranlage. Das gereinigte Wasser wird mikrofiltriert und mit ultraviolettem Licht bestrahlt, um Mikroorganismen abzutöten, ehe es ein einem Speicher landet. Es lässt sich jetzt zur Bewässerung nutzen.

Das führt dazu, dass Menschen, die früher vor der Dürre geflohen sind, einen überzeugenden Grund haben, in ihrer Heimat zu bleiben, statt die weltweiten Flüchtlingsströme noch zu vergrößern.

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