Werbeaktion: "Biowandler" tauscht ökologische Lebensmittel auf Knopfdruck

Werbeaktion: "Biowandler" tauscht ökologische Lebensmittel auf Knopfdruck

von Robyn Schmidt

Bei einem Stand in Berlin konnte man einen Tag lang sein konventionelles Obst und Gemüse gegen Bioware eintauschen.

Per Knopfdruck aus konventionell angebautem Obst und Gemüse ökologische Produkte machen: So einfach ging es am Kollwitzplatz in Berlin. Dem Biowandler sei Dank.

Doch leider ist der Biowandler kein magisches Gerät, das konventionelles Obst magisch in nachhaltiges Bio-Obst verwandelt. Tatsächlich war es eine einmalige Aktion von Biofach, der Weltmesse für Bio-Lebensmittel, die heute in Nürnberg beginnt, und der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Werbeagentur Yool.

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Ein Stand, bei dem man sein Obst und Gemüse abgeben kann und dafür eins zu eins dasselbe Obst zurückbekommt, nur halt aus nachhaltigem Anbau. Und manchmal auch eine Blume. Ganz in grün lädt der Stand die Leute dazu ein, ihr Obst und Gemüse auf ein Drehtablett zu legen und einen großen roten Knopf zu drücken, um die Bioprodukte zu bekommen. "Push for a change", steht über dem Knopf neben dem Drehtablett. Und tatsächlich steht der Obstaustausch stellvertretend für einen größeren Wandel.

"Das Ganze ist ein symbolischer Akt für die ökologische Wende insgesamt", sagt Hassaan Hakim, Gründer von Yool und Regisseur des Films zu der Aktion. "Ein Wandlungsprozess steht an, und dieser Wandel beginnt bei den Käufern." Diesen großen Wandel einfach und im Kleinen darzustellen hilft Menschen, ihr Bewusstsein und damit auch ihre Gewohnheiten zu ändern.

Biowandler tauscht über 400 Kilogramm LebensmittelDie Reaktion auf den Film war überwiegend positiv. Allerdings höre er auch gelegentlich von Menschen, dass dieser eins zu eins Tausch ja unrealistisch sei. Für Konsumenten sei es schwerer als der Biowandler glauben mache, ihre Einkaufsgewohnheiten zu ändern. Denn die Ware aus ökologischem Anbau sei in der Regel immer teurer als andere Ware. "Da muss man sich aber fragen warum", mein Hakim. Für ihn steht fest: "Der konventionelle Anbau wird immer noch stark gefördert. Ohne diese Förderung wäre dieses Obst wahrscheinlich nicht billiger als das Bio-Obst."

Insgesamt 850 Kilogramm an ökologisch angebautem Obst und Gemüse hatte das Team im Biowandler dabei. Ungefähr die Hälfte davon haben sie eingetauscht. Die Reste vom ökologischen Obst und Gemüse und die konventionelle Ware, die sie durch den Tausch bekommen haben, haben sie (nicht voneinander getrennt) an die Tafel gespendet.

Yool hat schon öfter Aktionen dieser Art geplant. Im Jahr 2012 sorgte der von Yool für Naturland und Weltladen produzierte Film Agraprofit für Aufsehen. Darin verkaufte das fiktive Unternehmen auf einem Wochenmarkt scheinbar unfair gehandelte Produkte. Und legte das den Kunden auch vollkommen offen dar. Diese griffen häufig aber trotzdem zu.

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