Wie klein geht es? In diesen Nischen wohnen Menschen

Living: Wie klein geht es? In diesen Nischen wohnen Menschen

von Nora Marie Zaremba

Eine NGO hat die schockierenden Wohnverhältnisse in Hongkong dokumentiert. Aus Mangel an Wohnraum leben Menschen auf nur 4 Quadratmetern.

Manche Menschen leben freiwillig in Mini-Häusern - auch der Umwelt zuliebe. Die folgenden Bilder aus Hongkong zeigen die Kehrseite eines Lebens auf engstem Raum. Veröffentlicht wurden sie von der chinesischen Hilfsorganisation „Society for Community Organization“.

Aus Mangel an Wohnraum werden Appartments in der Millionenstadt durch Holzbretter aufgeteilt - zu maximal vier Quadratmeter großen Wohnkabinen. So leben nach Angaben der Organisation über 100.000 Einwohner Hongkongs. Betroffen sind vor allem junge, alleinlebende Chinesen, aber auch ganze Familien mit niedrigem Einkommen und Arbeitslose.

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Die Wohnnische auf dem oberen Bild misst gerade mal zwei Quadratmeter. Für alle Aufnahmen wurde die Kamera extra an der Decke installiert - weil für das Stativ kein Platz war.

Die Betten werden hochgeklappt, wenn die Familien essen. Alle täglichen Dinge - wie zum Beispiel kochen und Wäsche waschen - werden in den quadratigen Nischen erledigt. Kleidungsstücke, Töpfe, Nahrungsmittel, Bücher, Fotos, Tornister, Schuhe stapeln sich an der Wand.

Hongkong hat mehr als sieben Millionen Einwohner. Mit knapp 6500 Einwohnern auf einem Quadratkilometer gehört sie zu den am dichtesten besiedelten Städten der Welt. Zum Vergleich: In München - der am dichtesten besiedelten Stadt Deutschlands - kommen auf diese Fläche etwas über 4400 Menschen.

Umgerechnet mehr als 8 Euro kostet ein Quadratmeter Wohnfläche. Damit sind die durchschnittlichen Mietpreise um 35 Prozent höher als beispielsweise in New York. Auch Familien mit einem normalen Einkommen können sich kaum Wohungen leisten, die über 50 Quadratmeter groß sind.

Knapp 50 Prozent der Einwohner Hongkongs leben in staatlich subventionierten Wohnhäusern. Die  Wohnungsbauprogramme kommen dem Bedarf aber nicht hinterher.  200.000 Bewerber warten auf eine Wohnung - jedes Jahr kommen mehr hinzu. 

In vielen Hongkonger Distrikten steht ein Wohnhaus neben dem anderen, die meisten sind über 60 Stockwerke hoch. Wer sich die Mini-Kabinen nicht leisten kann, lebt in Wellblechhütten oder in den sogenannten „schwimmenden Siedlungen"  - paradoxerweise gelten sie bei vielen Touristen als Attraktion.

Die „Society for Community Organization" kämpft mit diesen Bildern dafür, dass sich die Lebensumstände benachteiligter Bevölkerungsschichten in der Stadt endlich verbessern. Nicht nur leben die Menschen auf engstem Raum und ohne Privatssphäre. Da es kaum Fenster gibt, wird es in den Nischen im Sommer unerträglich heiß - das ist auch eine ernste gesundheitliche Bedrohung.

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