Wirtschaftsfaktor Verkehr: Investitionen bringen Städten 800 Milliarden Dollar

Wirtschaftsfaktor Verkehr: Investitionen bringen Städten 800 Milliarden Dollar

von Anna Gauto

Städte sollten ihre Verkehrsinfrastruktur wie U-Bahnen dringend ausbauen. Denn das kurbelt die Wirtschaft an.

Städte sind die Zukunft. Schon seit 2007 lebt in ihnen über die Hälfte der Weltbevölkerung, 2050 sollen es nach UN-Schätzungen 70 Prozent sein. Metropolen erwirtschaften das Gros des globalen Brutto-Inlandprodukts und sind damit der Turbinenraum für die globale Wirtschaft.

Doch verstopfte Straßen, überfüllte Metros, Lärm und Smog gehören oftmals zur Normalität. Zudem strömen immer mehr Menschen in die Metropolen, was veraltete oder schlecht ausgebaute Verkehrssysteme unter Druck setzt.

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Glaubt man der Verkehrsprognose 2030, die Verkehrsminister Alexander Dobrindt heute in Berlin vorgestellt hat, wird auch der Verkehr in Deutschland in allen Bereichen kräftig zunehmen. "Die Prognose 2030 zeigt, dass unsere Infrastruktur vor einer Belastungsprobe steht. Ob wir Innovationsland bleiben oder zum Stagnationsland werden, entscheidet sich maßgeblich an der Leistungsfähigkeit unserer Infrastruktur", so Dobrindt in einer Pressemeldung.

Gerade weil mitunter knappe Budgets ihren Spielraum begrenzen, müssen Städte klug investieren, um im Wettbewerb um den besten Stand- oder Wohnort nicht zu verlieren.

Eine aktuelle Studie des Londoner Beratungsunternehmens Credo im Auftrag von Siemens hat 35 Städte weltweit untersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass alle Städte gewaltig davon profitieren würden, ihr Transportsystem zu modernisieren: Ihre Verkehrsinfrastruktur auszbauen und zu verbessern, würde die Wirtschaftskraft der Großstädte um jährlich 800 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse

  • Kopenhagen hat das Transportsystem mit der größten Kosteneffizienz aller untersuchten Städte. Mit einem starken Verkehrsnetz und Plänen, seinen Cityring um zwei neuen U-Bahnlinien zu erweitern, liegt Dänemarks Hauptstadt  im globalen Vergleich ganz vorn. Unter einem guten Verkehrsnetzwerk verstehen die Studienautoren etwa, dass Passagiere wenig Zeit durch U-Bahn oder Busfahrten verlieren. Kopenhagen ist hier, genau wie Singapur, vorbildlich. In Kopenhagen werden sich die Transportkosten aller Voraussicht nach bis zum Jahr 2030 daher nicht erhöhen.
  • Erreichen die untersuchten 35 Städte den Stand der jeweils besten vergleichbaren Stadt, können sie ab 2030 ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) insgesamt um jährlich etwa 238 Milliarden US-Dollar erhöhen. Für Städte in aller Welt mit einer vergleichbaren Größe ab etwa 750.000 Einwohnern ergäbe sich so ein Zuwachs an gesamtwirtschaftlichem Nutzen von etwa 800 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Dies entspricht ungefähr einem Prozent des globalen BIP. Aktuell, bezogen auf das Jahr 2014, läge das Potenzial bei etwa 360 Milliarden US-Dollar im Jahr.
  • Derzeit betragen die Transportkosten für Städte zwischen neun (in Kopenhagen) und 28 Prozent (in Lagos) des Pro-Kopf-BIP. In den meisten Cities dürfte sich der  Anteil aber künftig noch erhöhen. Das gilt besonders dort, wo man keine klaren Vorstellungen davon hat, wie man auf immer mehr Menschen reagieren will, die ins Verkehrssystem drängen.

So muss New York damit rechnen, dass statt 15 Prozent, künftig 19 Prozent seines Pro-Kopf-BIPs für Transportkosten anfallen werden. In Paris, wo man sich besser vorbereitet hat, werden die Kosten dagegen von 14 auf 13 Prozent des Pro-Kopf-BIPs sinken.

 

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